Fachschaft Latein

(verantwortlich: Frau StRin Carolin Vogl)

Latein-Unterricht am Limes

Lateinschüler/innen der 6. Klassen am „nassen“ Limes
Am Montag, den 19. Juni erkundeten 42 Latein-Schüler des Kepler-Gymnasiums zusammen mit ihren Lehrkräften Theresa Bäuml, Alexander Weiß und Claudia Baumast-Birner Castra Regina.
Zuerst durften die Schüler wie römische Legionäre den „nassen Limes“ bewachen. Unter fachkundiger Leitung von Althistorikern der Universität Regensburg ruderten sie bei Mariaort auf der Naab. Das nachgebaute Patrouillenschiff (navis lusoria) war für zwei Stunden ihr Klassenzimmer. Unter erschwerten Bedingungen ̶ große Hitze und kräftiger Gegenwind ̶ mussten sieben Tonnen allein durch die Muskelkraft der Schüler bewegt werden. Im Anschluss daran zogen sich die „Legionäre“ ins Lager zurück und begaben sich dort mithilfe einer Stadtführung unter dem Motto „Lager, Limes, Legionäre“ auf die Suche nach Überbleibseln der Römer. Als Highlight durften einige Schüler in die Rolle und Gewänder römischer Sklaven, Senatoren und Soldaten schlüpfen.
Bei den Nachfahren der Römer stärkten sich die ziemlich geschafften Schüler abschließend mit einer großen Portion Eis.

Lateinschüler/innen der 9. Klassen am obergermanisch rätischen Limes
49 Lateinschüler/innen der 9. Klassen wandelten am 29.06.17 zusammen mit den Lehrkräften Andrea Kormann und Susanne Antony auf den Spuren des Limes, der zum Unesco-Welterbe zählt. Das Limesmuseum beim römischen Lager Ruffenhofen bietet einen interessanten Einblick in das Leben eines dort stationierten Soldaten. Nach der versierten Führung haben sich die Keplerianer mit Begeisterung eigene Münzen nach römischen Vorbild geprägt.
Die Erkundung des zugehörigen archäologischen Römerparks war durchaus lohnend. Somit konnte man sich die Größe des Kastells, der einzelnen Gebäude und v.a. der Soldatenbaracken gut vorstellen.
Beide Exkursionen machen Antike erfahrbar und ergänzen sich auf ideale Weise. Die zukünftigen 6. und 9. Klässler dürfen sich freuen…

T. Bäuml [Schuljahr 2016/17]

P-Seminar Latein - Tag der offenen Tür: "Latein lebt"

Am 11.03.2017 öffnete das Kepler Gymnasium erneut seine Pforten für den Tag der offenen Tür.
Unter Leitung von Frau Antony gestaltete das P-Seminar „Römischer Abend“ ein lateinisches Klassenzimmer, das anhand vieler verschiedener Stationen einen Einblick in die Kultur und das Leben des antiken Rom bieten und beweisen sollte, dass man auch heute noch Zugang zur Antike finden kann.
So bereiteten engagierte Schülerinnen und Schüler aus der Unterstufe sowie die Teilnehmer des Seminars typisch römische Speisen zu. Dadurch war es möglich, die Essgewohnheiten und die kulinarische Vielfalt der damaligen Kultur besser verstehen und auch gleich selbst (aus)probieren zu können.
Es gab unter anderem Römisches Brot, einen dazu passenden Kräuteraufstrich, eine Süßspeise namens „Globuli“, Honigbrot und vieles mehr.

Zudem wurde ein Quiz veranstaltet, bei dem die Besucher das Wissen, das durch die aufgehängten Plakate, die jeder Seminarteilnehmer zu einem bestimmten Themengebiet (z.B. Medizin oder Architektur) erstellt hat, erworben wurde, gleich unter Beweis stellen konnten.

Des Weiteren gab es antike Spiele, wie ein „Nussspiel“ mit einem kleinen Preis, das sich ebenfalls großer Beliebtheit erfreute.
Außerdem wurden römische Kleidung und Waffen bereitgestellt, die von den kleineren Besuchern gerne aus- und anprobiert wurden. Wenn sich schon einmal die seltene Gelegenheit ergibt, wie ein antiker römischer Feldherr auszusehen, dann ließen es sich viele Besucher nicht entgehen, dies fotografisch festzuhalten.

Im Allgemeinen war der Tag der offenen Tür eine gute Möglichkeit für interessierte Eltern und Schüler, einen Einblick in die lateinische Sprache und die damalige Kultur zu bekommen.

P-Seminar Latein

Die 15 Teilnehmer des P-Seminars mit dem Leitfach Latein beschäftigten sich ausführlich mit der antiken Badekultur und dem römischen Thermenwesen. Ziel des Seminars war es, diese Forschungsergebnisse im Rahmen einer Ausstellung in Kooperation mit dem Keramikmuseum Weiden in Form von verschiedenen Modellen, Begleitmaterialien, Dokumentationen und kleinen Vorträgen anschaulich zu präsentieren und dieses sehr interessante Thema so auch einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen. So entstanden in zum Teil mühevoller und zeitaufwändiger Kleinarbeit in den Sommerferien überaus sehenswerte Modelle, die schließlich im Rahmen der Ausstellung mit dem Titel „Zu Gast in der römischen Thermenwelt – Römische Thermen und antike Badekultur“ in den Räumen des Keramikmuseums vom 02.02. bis 10.03.2016 an verschiedenen Stationen („So heizten die Römer“, „So verzierten die Römer Wände und Böden“, „So spielten die Römer Ball“, „So badeten die Römer“) zu sehen waren. Das Highlight der Ausstellung war zweifelsohne der Nachbau der römischen Caracalla-Therme aus dem 3. Jh. n. Chr., deren Überreste noch heute in Rom zu bestaunen sind.

Daniela Müller-Baltzer

Kino im Kopf

Mit diesen Worten begann Martin Ellrodt, der von Beruf Geschichtenerzähler ist, seinen Vortrag aus Ovids „Metamorphosen“ am Kepler-Gymnasium Weiden. Und genau solch ein „Kino im Kopf“ ließ er bei seinen Zuhörern entstehen: Ohne irgendwelche Requisiten, allein auf der Bühne und nur mit der Macht des Wortes schaffte es Martin Ellrodt, sieben seiner eigenen Lieblingsgeschichten aus den Metamorphosen zum Leben zu erwecken. So sah man vor dem geistigen Auge die Pfeile, die auf Perseus Hochzeit flogen, und hörte Orpheus traurigen Gesang, nachdem er seine geliebte Eurydike endgültig verloren hatte. All diese Geschichten verwob Ellrodt ganz im Sinne der ovidschen Erzähltechnik des „carmen perpetuum“, sprich des ewigen, zusammenhängenden Gedichts, kunstvoll ineinander. Der Wechsel zwischen lauten, aktionsreichen Szenen und ruhigen, auch nachdenklichen Tönen spiegelte selbst in der knappen Auswahl treffend die Vielschichtigkeit dieses Werkes wider.
Auf diese Weise fanden die Lateinschüler der 9., 10. und 11. Jahrgangsstufe einmal einen ganz neuen, nämlich direkten Zugang zu einem Stück lateinischer Weltliteratur, das kaum an Aktualität eingebüßt hat. Denn nicht umsonst bezeichnete Martin Ellrodt Ovid unter anderem als Wegbereiter des „Splatterfilms“!

Carolin Vogl

Wie sah der Alltag eines römischen Legionärs aus?

Dieser Frage gingen die Keplerianer der Klassen 6a und 6d beim Besuch der Sonderausstellung im Historischen Museum Regensburg „Wir sind Legion“ nach. Begleitet wurden sie bei dieser die Fächer Latein und Geschichte verbindenden Exkursion von ihren Lehrerinnen Frau Hauke, Frau Reichenberger und Frau Vogl.

Zahlreiche Repliken zum An- und Ausprobieren machten den Alltag der Legionäre anschaulich:

Bevor die Soldaten den üblichen Brei zubereiten konnten, mussten sie erst mal ihre Tagesration an Getreide selbst mahlen.

In solch einem mittransportierten Zelt übernachteten je acht Soldaten (ein contubernium), wenn sie unterwegs waren.

Das Training mit Schild und Schwert aus Holz, die zu Übungszwecken wesentlich schwerer waren als die eigentliche Rüstung, gehörte zum alltäglichen Programm eines Legionärs.

Dazu gaben tausende kleine Zinnfiguren, angeordnet in Marschformation oder als Feldlager, eine Vorstellung von der Größe und Struktur einer römischen Legion.

Ein Gang durch die römische Dauerausstellung sowie die Besichtigung der noch erhaltenen Mauerreste des Castra Regina rundeten den Besuch im „römischen“ Regensburg ab.

C. Vogl

Exkursion in das „antike München“

Am 23. Januar war es endlich soweit. Der Lateinkurs der Q12, geleitet von Fr. Vogl, der Lateinkurs der Q11, geleitet von Fr. Kormann, sowie das W-Seminar Latein von Fr. Müller-Baltzer machten sich gegen 8.45 Uhr auf den Weg nach München, um dort die Kunsthalle der Hypo-Kulturstiftung, sowie die Glyptothek zu erkunden. In München angekommen besuchte die Gruppe zuerst die Hypoausstellung, die unter dem Motto „Pompeji – Leben auf dem Vulkan“ stand. Mit Kopfhörern ausgestattet startete die Führung durch die Ausstellung, die kostbare Mosaike, Wandmalereien, Schmuck, Geschirr oder auch Modelle wie das Korkmodell einer pompejanischen Villa beinhaltete. So wurde sowohl die Zeit vor dem Erdbeben und dem darauffolgenden Vulkanausbruch, als auch die Zeit danach mit Überresten thematisiert.

Da nun schon Mittag war, bekamen die Schüler zwei Stunden Zeit die Innenstadt Münchens in Kleingruppen zu erkunden und sich zu stärken. Mit vollem Bauch und geschärftem Sinn traf man sich dann wieder bei der Glyptothek am Königsplatz. Auch hier wurde man durch die imponierend gestalteten Hallen, die an die Architektur der Kaiserthermen angelehnt sind, geführt, wobei hier v.a. die verschiedenen Stilepochen thematisiert wurden. Es begann mit der in Griechenland aufkommenden Archaik (um 650 v. Chr.): Merkmale dieser Zeit waren die hochgezogenen Mundwinkel, was auch als archaisches Lächeln bezeichnet wurde, sowie die detailreiche Darstellung der Körper, wobei das Gewicht gleichmäßig auf beide Beine verteilt wurde, was Beweglichkeit darstellen sollte. Danach ging man weiter zur Griechischen Klassik, die das 5. und 4. Jahrhundert v. Chr. bezeichnete. Der größte Unterschied zur Archaik war das Standbild, wobei das Gewicht nicht mehr gleichmäßig auf beide Beine verteilt wurde, sondern nur auf das Standbein, wodurch das andere Bein entlastet wurde und nur dazu diente, das Gleichgewicht zu halten. Daraus resultierten auch Veränderungen wie beispielsweise das Sichtbarwerden der Muskeln. Zu guter Letzt ging die Ausstellungsführerin noch auf den Hellenismus (356 – 30 v. Chr.) ein, der vor allem mit Alexander dem Großen assoziiert wird. Unter Hellenismus versteht man die Verbreitung der griechischen Kultur und des Denkens in der ganzen damals bekannten Welt, wobei sich die Griechen im Gegenzug auch fremden Kulturen öffneten und diese in ihre Kunst einfließen ließen. So wurden Normen fallen gelassen und auch Unvollkommenheit oder Gefühle zunehmend dargestellt. Der Hellenismus endete dann jedoch mit der Eroberung des griechischen Gebietes durch die Römer um 30 v. Chr.

Gegen 19 Uhr traten die Schüler des Kepler-Gymnasiums dann entkräftet, aber mit viel neuem Wissen ausgestattet die Heimreise nach Weiden an – es endete ein interessanter und lehrreicher Tag in München.

Philipp Magerl und Stephan Melchner (Q 11)

Mutter Latein

Die lateinische Sprache gilt als „Mutter“ vieler anderer Sprachen, weil sie sehr viel an ihre „Töchter“ weitergegeben hat. Wenn du das zugrunde liegende lateinische Wort kennst, kennst du auch die Bedeutung der Vokabeln aus anderen Sprachen:

LATEIN

ENG.

FRANZ.

ITAL.

DT. ?

familia family famille famiglia  
magister master maitre maestro  
nomen name nom nome  
schola school école scuola  
signum sign signe segno  
mater mother mère madre  

Latein ist tot? Es lebe Latein!

Fünf Gründe, warum es sich auch heute noch lohnt, Latein zu lernen:

  1. Das Fach Latein hilft dir, durch ein vertieftes Sprachverständnis auch deine Lesefähigkeit bei deutschen Texten zu verbessern.
  2. Das Fach Latein bietet dir eine gute Ausgangsbasis für das Erlernen moderner Fremdsprachen.
  3. Das Fach Latein schult durch seine klare Struktur ähnlich wie Mathematik problemlösendes und kombinatorisches Denken.
  4. Das Fach Latein erfordert beim Übersetzen ein genaues Hinsehen, so dass es dir eine konzentrierte und ausdauernde Arbeitshaltung antrainiert.
  5. Das Fach Latein, das sich mit den Grundlagen und gerade auch Werten unserer europäischen Kultur beschäftigt, trägt zu Verantwortungsbewusstsein und kritischer Urteilsfähigkeit bei.

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Grundwissen Latein

Das ISB hat eine Übersicht über die grundlegenden Kenntnisse im Fach Latein für die Jahrgangsstufen 5 mit 10 veröffentlicht. Die Datei kann hier heruntergeladen werden. (Quelle: ISB Bayern)

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Die Römer am Kepler – ein Rundgang durch das neue Museum im 3.Stock

Das Museum besteht aus insgesamt 8 Abteilungen, in denen derzeit folgende Objekte ausgestellt sind:

Erdgeschoss links: Modell einer brückenartigen Bogenkonstruktion für eine Wasserleitung, ein sog. Aquädukt, mit der Tiefgelände oder Flüsse (Pont du Gard) überwunden wurden; ansonsten floss das Wasser in unterirdischen Kanälen in einer mit Zement ausgekleideten, abgedeckten Rinne.
Davor zwei Bleirohre, in denen das Wasser aus dem Wasserturm (castellum) am höchsten Platz am Rand einer Stadt zum Endverbraucher (Privatleute, Thermen, öffentliche Brunnen zur allgemeinen Trinkwasserversorgung) geleitet wurde.

Erdgeschoss rechts: Modell des Amphitheatrum Flavium, bekannt als Colosseum, und Modell eines Legionärs mit Rundschild und Kurzschwert; davor die in Nordafrika gefundenen Reste eines Schwertes.

1. Stock links: Diverse Schreibutensilien, z.B. doppelte Wachstäfelchen, die für Hausaufgaben und Übungen in der Schule, aber auch für kurze Nachrichten genutzt wurden, dazu verschiedene Metallgriffel: mit dem spitzen Ende ritzte man die Buchstaben in das Wachs, mit dem breiten Ende „radierte“ man sie wieder aus.
Daneben Schriftrollen aus Pergament oder Papyrus, auf denen mit Tinte (aus Ruß, Wasser und Leim) und einem unten angespitzten Schilfrohr oder einem Federkiel in Großbuchstaben geschrieben wurde. Licht zum Schreiben spendeten die lucernae, Öllämpchen in einfacher und in verzierter Ausführung (Herkules tötet eine Schlange).

1. Stock rechts: Modell einer römischen Basilika nach den Angaben des Vitruv (Architekt, Baumeister, Ingenieur bei Caesar und Augustus): Die von den Griechen übernommene Form der dreischiffigen Halle diente bei den Römern für geschäftliche Zwecke, z.B. als Textilbörse, aber auch für Gerichtsverhandlungen und Vereinssitzungen.
2. Stock links: Münzen aus Gold, Silber, Messing und Kupfer; sie zeigten in der Kaiserzeit auf der Vorderseite das Porträt des jeweiligen Herrschers, auf der Rückseite Symbole seiner Macht oder seiner Erfolge. Durch die Münzen wurde ein Herrscher im ganzen Imperium Romanum bekannt – politische Propaganda ohne moderne Medien!

2. Stock rechts: Mosaiksteinchen, mit denen in Form von Ornamenten oder Figuren Fußböden, Wände oder Decken geschmückt wurden. Die Steinchen, die unterschiedliche Formen und Farben hatten, wurden frei in eine entsprechend vorgefärbte Mörtelschicht gesetzt und nach der Härtung des Mörtels abgeschliffen.

Obergeschoss links: Zwei Schüsseln aus rotem Tongeschirr, sog. terra sigillata, mit Relief aus verschiedenen Tieren, daneben ein mit einfachem geometrischen Muster verzierter Becher aus der Provinz Rätien.

Obergeschoss rechts: Statue des Gottes Merkur (Mercurius, bei den Griechen Hermes), der vor allem als der Götterbote bekannt ist; deutlich wird dies durch die Flügel an seiner Haube und seinen Schuhen, auch der Stab wird als Heroldsstab interpretiert, der die offizielle Funktion des Verkünders amtlicher bzw. göttlicher Nachrichten anzeigt. Merkur ist aber auch der Gott der Kaufleute und der Diebe - er hatte nämlich bereits als Kleinkind seinem Bruder Apoll eine ganze Rinderherde gestohlen! Das Widderfell über seinem Arm weist darauf hin, dass er auch als Hirtengott verehrt wurde.

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