Fachschaft Geschichte / Sozialkunde

Überblick über die Aktivitäten der Fachschaften Geschichte und Sozialkunde:

Wiederholungstäter-Kepler Gymnasium zu Gast in Berlin

Fast scheint es so, als würde es sich zu einer Tradition entwickeln, dass der Bundespräsident das Kepler zu einem Antrittsbesuch lädt. Nach 2011 und 2015 wurde das Kepler Gymnasium zum dritten Mal zur landesbesten Schule im Geschichtswettbewerb der Körber Stiftung gekürt. Anlässlich des Wettbewerbs mit dem Thema "Religion macht Geschichte" reichten die Schüler des Gymnasiums Arbeiten zu Max Reger und den Fluchttunneln in der Neunkirchner St. Dionysius Gemeinde ein, welche bei den Juroren so großen Anklang fanden, dass sie mit einem Landessieg und einem Förderpreis ausgezeichnet wurden. Besonderer Dank gilt in diesem Rahmen dem bereits pensionierten Geschichtslehrer und Wettbewerbsveteranen StD Röhlinger, der mit seinem unermüdlichen und nahezu heroischen Einsatz junge Kollegen an den Wettbewerb herangeführt hat und nach wie vor sehr erfolgreich Themen betreut. Als Vertreter des Kepler Gymnasiums reisten die Abiturientin Antonia Wechsler sowie die Lehrkräfte Christian Obermayer und Jochen Runkel nach Berlin und nahmen den Dank des Bundespräsidenten stellvertretend entgegen. Welche Bedeutung dieser Wettbewerb auch für den Präsidenten hat, lässt sich daran erkennen, dass er sich zwischen CSU und SPD über zwei Stunden Zeit nahm, um den Festakt mit den Schülerinnen und Schülern zu begehen und anschließend sogar noch für ein kurzes Gespräch und Photo zur Verfügung stand.Gegen eine solche Ehrenrunde hat wohl kein Lehrer etwas!

Fotos: Körber-Stiftung/David Ausserhofer

Die Eisenbahn - Motor der Industrialisierung

Die Klassen 8b und 8c besuchen im Rahmen des Geschichtsunterrichts das DB-Museum in Nürnberg

Mit unseren Geschichtslehrern Frau Reiter, Herrn Glaser, Herrn Weiß und Herrn Wagner brachen wir, die Klassen 8b und 8c, zu einer Exkursion nach Nürnberg auf. Passend zu unserem Geschichtsstoff war unser Ziel das DB-Museum in der Nähe des Hauptbahnhofes. Im ältesten Eisenbahnmuseum der Welt erwartete uns eine spannende Führung, in der wir vieles über die Geschichte der Eisenbahn und ihre Bedeutung in der Zeit der Industrialisierung erfuhren:
1804 entstand in England die erste Lokomotive der Welt, indem man an eine Dampfmaschine Räder montierte. Die erste „richtige“ Eisenbahn fuhr jedoch erst elf Jahre später von Liverpool nach Manchester. Die erste Bahnstrecke Deutschlands von Nürnberg nach Fürth wurde erstmals im Jahre 1835 befahren. Am 7. Dezember 1835 wurde die Strecke mit Sonderfahrten feierlich eröffnet. Der Zug war anfangs noch wechselweise mit Pferden bzw. dem sechs Tonnen schweren Adler, der damals eingesetzten Lokomotive, deren Nachbau wir im Museum sehen konnten, bespannt. Vierzehn Minuten brauchte der Adler für die Fahrt von Nürnberg nach Fürth, was ein großer Fortschritt in der damaligen Zeit war, da sich die Menschen bisher nur zu Fuß oder mit einer Pferdekutsche fortbewegen konnten.
Nach der Führung versetzten wir uns angeleitet von einer Museumspädagogin in die Rollen von verschiedenen Menschen im 19. Jahrhundert, die von Bau der Eisenbahn profitierten oder diesen ablehnten. In kurzen Präsentationen stellten wir die Vor- und Nachteile des Bahnbaus dar.
Am Ende hatten wir während einer lebendigen Geschichtsstunde im Museum einen spannenden Einblick in die Geschichte der Eisenbahn gewonnen und wussten nun, warum diese auch „Motor der Industrialisierung“ genannt wird.

Johann Braun, Hanna Häring (8c)

Wenn Schule Geschichte macht

Man kann inzwischen schon von einer schönen Tradition sprechen: Auch im Schuljahr 2014/15 wurden wieder Schülerinnen und Schüler, die beim Landeswettbewerb „Erinnerungszeichen“ zum Thema „Bayern und der Erste Weltkrieg“ teilgenommen hatten, ausgezeichnet. Die feierliche Preisverleihung fand am 14. Juli 2015 im Senatssaal des Bayerischen Landtages in München statt.

Julia Schott (Klasse 9E) erhielt den ersten Landespreis in der Kategorie der Gymnasien der 9. bis 12. Jahrgangsstufen. Sie hatte sich in ihrer Arbeit den Erlebnissen ihres Urgroßvaters Emmeran Neumeier an der Westfront angenommen. Julia hatte die imponierenden fotografischen Hinterlassenschaften ihres Vorfahren und seine Korrespondenz ausgewertet und darüber hinaus Hintergrundinformationen in verschiedenen Archiven recherchiert. Die Jury des Wettbewerbs würdigte vor allem die Herangehensweise der Schülerin, die Materialfülle so auf das Thema zu fokussieren, dass ein persönlicher Zugang zu ihrem Urgroßvater entstand. Sehr beeindruckend sei auch gewesen, dass sie das freundschaftliche Verhältnis, das Emmeran Neumeier zu einer französischen Familie schon während des Krieges aufgebaut hatte, belegen konnte. Damit sei Julia in vorbildlicher Weise und mit bemerkenswerter Empathie ein lesenswerter Perspektivwechsel über Generationen und Mentalitäten, Staats- und Sprachgrenzen hinweg, gelungen.
Landtagspräsidentin Barbara Stamm und Dr. Christine Fourcaud, eine Vertreterin der französischen Botschaft, überreichten Julia für diese herausragende Leistung einen Gutschein des Institut Français für einen einwöchigen Sprachurlaub in Antibes.

Einen weiteren Preis für besondere Kreativität erhielt die Gruppenarbeit „Wir wollen Zucker - Der Frauenaufstand 1917 in Weiden“. Unter der Federführung von Ronja Künkler (dramatische Gestaltung) und Christina Holewik (theoretische Ausarbeitung) inszenierten die Schüler eine Stadtführung, ein dynamisches, historisches Straßentheater, an welchem alle Weidener Bürger teilnehmen konnten. An vier verschiedenen Stationen wurden die Zuschauer mit den dramatischen Ereignissen vertraut gemacht. Besonders hervorgehoben wurde von Laudator Dr. Harald Parriger die Professionalität, mit der das Projekt zu einem städtischen Event gemacht wurde. Hierzu nannte er die akribische und detailgetreue Gestaltung der Requisite und der Kostüme sowie die mediale Professionalität, mit welcher an das Projekt herangegangen wurde, nämlich die Zusammenarbeit mit OTV, dem BR und der regionalen Zeitung „Der Neue Tag“. Der abschließende Vergleich der (Auf)führung mit der „Landshuter Fürstenhochzeit“ zeigt die Wertigkeit des Wettbewerbsbeitrags.
Landtagspräsidentin Barbara Stamm und der Laudator überreichten der 34köpfigen Gruppe für ihr Engagement neben einem Geldpreis noch zwei Gutscheine für eine Übernachtung in München sowie einen Besuch im Kinder- und Jugendtheater „Schauburg“.

 

Besuch der Wanderausstellung des Deutschen Bundestages der Klasse 9f

Am 17.April 2015 haben wir uns zu Beginn der Pause vor unserem Klassenzimmer versammelt und sind dann mit Frau Zahner und Herrn Niedermeier in die Stadtsparkasse gelaufen, um die Wanderausstellung des Deutschen Bundestages zu besichtigen.
Wir wurden von einem sympathischen Angestellten des Bundestags in Empfang genommen, welcher uns ebenso während der Ausstellung betreute. Er ging auf unsere Fragen ein und veranschaulichte die verschiedenen Themengebiete mit Zusatzinformationen. Der Deutsche Bundestag wurde anhand von fünf Themenbereichen präsentiert. Diese waren „Das Parlament“, „Die Abgeordneten“, „Die Aufgaben des Bundestages“, „Internationale Zusammenarbeit“ und „Geschichte des Bundestages“. Nach der Begrüßung bearbeiteten wir einen Fragebogen in Zwei- und Dreiergruppen. Dazu mussten wir zu jedem Themenbereich die je vier Schautafeln aufmerksam durchlesen, um die Fragen dazu beantworten zu können. Fragen waren zum Beispiel, wann das Grundgesetz in Kraft trat oder was man unter dem Immunitätsrecht der Abgeordneten versteht. Die Arbeitszeit betrug 25 Minuten. Da wir nun selbst tätig werden mussten und so unsere Kenntnisse erweitern konnten, verging die Zeit jedoch wie im Flug und so war es schon bald wieder an der Zeit für den Rückweg.
Aber auch für die Zeit nach dem Besuch der Ausstellung gab es noch einige Materialien zum Mitnehmen: so gab es für Kinder unterschiedliche Bücher und Broschüren, welche den Bundestag leicht verständlich erklären, aber auch für uns Schüler und andere Interessierte lag Informationsmaterial, wie eine Ausgabe des Grundgesetzes oder ein Lexikon der parlamentarischen Begriffe bereit. Von diese überreichte uns der die Ausstellung betreuende Angestellte bei der Verabschiedung jedem eines. Um 11.25 Uhr machten wir uns mit neuem Wissen auf den Rückweg zur Schule.
Wir als Schüler fanden es insgesamt eine gute Idee, einen solchen Unterrichtsgang durchzuführen, so praktische Erfahrungen zu sammeln und sich selbst Inhalte erarbeiten zu können. Auch wenn wir zum Besuch der Ausstellung kritisch anmerken können, dass man diese durchaus mit mehr Aktivitäten auflockern könnte, zeigt sich, dass durch derartige Aktivitäten das Interesse an verschiedenen Themen bei Schülern auf ganz andere Weise geweckt werden kann und die erarbeiteten Informationen besser im Gedächtnis bleiben. Zudem zeigt der Unterrichtsgang, dass man auch außerhalb der Schule neue Kenntnisse gewinnen kann. Der Besuch der Wanderausstellung war also eine gute Abwechslung zum „normalen“ Schulalltag.

Laura Ruminger und Betül Asliyüksek, Klasse 9f

 

Berlin als historisch-politischer Lernort

„Berlin ist mehr ein Weltteil als eine Stadt“, so Johann Paul Friedrich Richter, ein deutscher Schriftsteller, über Berlin. Wir, das P-Seminar „Berlin als historisch-politischer Lernort“, gingen dieser Behauptung auf die Spur. Die Ziele unseres Seminars waren die Schaffung und Vertiefung historischer und politischer Kenntnisse über Berlin, das Erlernen von Präsentationstechniken, das Organisieren einer Studienfahrt und die Zusammenarbeit mit Seminarteilnehmern.
Nun fragten wir uns zunächst, wie Sie wohl auch, was ein P-Seminar genau ist: Bei einem Projekt-Seminar zur Studien- und Berufsorientierung arbeiten Schüler, wie der Name schon sagt, ein Jahr an einem Projekt. Unser Projekt war es, eine Berlinfahrt zu organisieren. So erstellten wir am Anfang Themenbereiche, zu denen jeweils Stadtführungen ausgearbeitet oder Museumsbesuche beschlossen wurden. Nach einer langen Planungsphase vom Sept. 2013 bis zum Sept. 2014 folgte dann vom 01.10.2014 – 05.10.2014 die fünftägige Studienfahrt nach Berlin. In Berlin angekommen, hatte jeder Schüler seine Station oder Sehenswürdigkeit, wie zum Beispiel das Kanzleramt (wo das untere Gruppenfoto vor der Presseerklärungswand aufgenommen wurde), zu betreuen. Man musste selber vor Ort referieren oder sich für die im Voraus gebuchte Führung anmelden.
Im vorliegenden Abschlussbericht (Achtung: 58 MB!) wird unser Programm, seine Erstellung, die Vorgehensweise bei der Planung und sogar unser Gespräch mit dem Bundestagsabgeordneten Uli Grötsch, vorgestellt. Der Bericht soll Schulklassen, künftigen P-Seminaren und allen anderen Gruppen, sowie auch Einzelpersonen eine Hilfe sein beim Planen und Organisieren der eigenen Berlin Reise. Einige Tipps, die sich aus unseren Erfahrungen ergeben haben, sollen Ihnen dabei helfen.

Gelebte Inklusion

Am Freitag, den 24.10.2014, stand für die Schüler des HPZ und des Kepler Gymnasiums nur eines im Vordergrund, nämlich der Spaß am Unterricht. Dies lebten sie in einem gemeinsamen Projekt dann auch vor und ließen daran knapp 200 Gäste teilhaben. Eingeladen war zu einer inklusiven Stadtführung zum Thema „Frauenaufstand 1917“ und zahlreiche Interessierte folgten der Aufforderung mit allen Sinnen zu erleben. Unter die Besucher mischten sich unter anderem die Behindertenbeauftragte Bayerns, Frau Irmgard Badura, der Bezirkstagsvizepräsident, Herr Lothar Höher, der kommunale Behindertenbeauftragte, Herr Alexander Grundler, sowie die jeweiligen Schulleiter Frau Rothmund und Herr Anderlik. An vier Stationen ließen die Schüler das historisch verbriefte Geschehen szenisch aufleben und zogen mit ihrem schauspielerischen Können alle Anwesenden in ihren Bann. Um auch wirklich allen Zuschauern ein Miterleben zu ermöglichen, hatten sich die verantwortlichen Lehrkräfte Markus Goehler vom HPZ sowie Christian Obermayer, Johann Schärtl und Jochen Runkel vom Kepler Gymnasium einiges einfallen lassen. Neben einer Audiodeskription vor jeder Station gab es Flyer in Blinden- und Großschrift sowie eine Verköstigung mit Kriegsbrot und Kunsthonig, welche als typische Nahrungsmittel dieser Zeit gelten. Zudem lieferte Tobias Bauer vom Kepler Gymnasium noch wichtige Informationen zu Relikten des ersten Weltkrieges in Weiden bzw. zur damaligen Situation. Letztlich war aber das gemeinsame und überaus harmonische Agieren der Schüler der an sich so unterschiedlichen Schulen wohl der zentrale Aspekt dieser Veranstaltung und dieser wurde mit Bravour vorgelebt. Bleibt zu hoffen, dass diese fruchtbare Zusammenarbeit weitere Früchte trägt.

I. Badura und J. Rupprecht vom HPZ

Schüler des Kepler und des HPZ

Schlussbild Gruppe

Großes Kino in Weiden?

Wenn sich ein international renommierter Regisseur wie Joseph Vilsmaier nach Weiden begibt, dann ist das an sich schon eine Attraktion, jedoch bleibt die Frage offen: Warum? Nein, er dreht keinen seiner geläufigen Kinoschlager, sondern er setzt sich mit einer der berühmtesten Wahlweidnerinnen auseinander: Henny Brenner. Im Rahmen einer Dokumentation zum jüdischen Leben in Bayern hatte er Schüler zum Gespräch mit Henny Brenner, einer Schoah-Überlebenden, im Kepler-Gymnasium eingeladen, um sich von ihrer mitreißenden Biographie beeindrucken zu lassen. Ausgiebig schilderte die begnadete Erzählerin verschiedene Stationen ihres Lebens und fesselte die Anwesenden mit ihren Geschichten förmlich. Anschließend erhielten die Besucher die Möglichkeit, ihr Fragen zu stellen, auf welche sie bereitwillig und ausführlich antwortete, selbst als die Frage nach einem jüdischen Witz gestellt wurde. Und auch wenn Frau Brenner beinahe fröhlich erzählte, so war die Botschaft des Gesagten doch unmissverständlich: Solche Grausamkeiten dürfen kein zweites Mal geschehen. Dieses Zeitzeugen-Gespräch hat am Vormittag des 9. Oktobers in den Räumlichkeiten des Kepler-Gymnasiums stattgefunden und ist von Joseph Vilsmaier und seinem Team aufgezeichnet worden. Für die Schüler also in zweierlei Hinsicht ein erhebendes Erlebnis, trafen sie doch neben der nicht nur wegen ihrer Lebensgeschichte schon beeindruckenden Henny Brenner auch auf einen der anerkanntesten Kameramänner und Regisseure in der deutschen Filmindustrie. Dessen Akribie und sein Perfektionismus waren somit der zweite Höhepunkt des Tages. Fasziniert verfolgten die Schüler die Dreharbeiten und waren erstaunt ob der jovialen Art des Filmemachers, der aber jeden noch so kleinen Handgriff mit genauen Kommandos anleitete. Somit wurde den Zuhörern beispielhaft vorgeführt, was es bedeutet, einen Film bzw. eine Dokumentation zu drehen und dass dies Arbeit und nicht reines Vergnügen ist. Trotz dieser sehr professionellen Arbeitshaltung war es aber zu keiner Zeit eine unangenehme Situation, da Herr Vilsmaier es bestens verstand, die Schülergruppe durch kleine Späße bei Laune zu halten und er ihnen den Eindruck vermittelte, Teil des Drehs zu sein.

Viele Fragen führen nach Berlin

Die Hauptstadt als Lernort. Dafür entschieden sich 15 Schüler des Kepler-Gymnasiums. Doch wie nur kommen sie nach Berlin? Eine Pressekonferenz kann helfen.

Viel Recherchearbeit mussten die 15 Teilnehmer des P-Seminars Geschichte/Sozialkunde dafür vorab leisten. Das taten sie mit Erfolg. Am Ende organisierten die Elftklässler des Kepler-Gymnasiums ihre viertägige Reise in die Bundeshauptstadt Anfang Oktober mit historischen und kulturellen Höhepunkten selbst.

Bereits seit der 10. Jahrgangsstufe leisteten die Pennäler wöchentliche Arbeit für das Seminar. Dabei erfuhren sie, dass eine Pressekonferenz mit einem Bundestagsabgeordneten eine Bedingung war, um Reisezuschüsse zu erhalten. Nur so sei die Reise politisch motiviert. Darum hielten die Schüler einen Fragenkatalog bereit, den Bundestagsabgeordneter (MdB) Uli Grötsch am "Kepler" unter der Moderation von Schüler Simon Grajer beantwortete.

Dabei erfuhren sie unter anderem mehr über Grötschs Einkommensverhältnisse. Stephan hatte hierzu recherchiert und nannte Zahlen: Bei 8500 Euro würde das Einkommen - mit diversen Zulagen und steuerfreien Sachleistungen - von Bundespolitikern liegen. "Wer glaubt, dass man als Bundestagsabgeordneter reich wird, hat sich geschnitten", sagte Grötsch dazu und argumentierte.

Von der Kostenpauschale und Abgeordnetenentschädigung müssen je zwei Mitarbeiter im Weidener und Berliner Büro bezahlt werden. Die Medien wirken als Kontrollorgan und Grötsch habe außer kommunalpolitischen Ämtern wie im Gemeinde- oder Kreistag keine Nebeneinkünfte. Büroausstattung, Miete, viele Spenden und 250 Glückwunschkarten im Monat schlagen zudem zu Buche.

Angefangen hat Grötschs Politiker-Karriere bei den Jusos. 1994 kam er über sie in die Politik. Auf Vorschlag der SPD-Delegierten nominierte die Partei ihn als Nachfolger von MdB Werner Schieder. Heute gliedert sich der Arbeitsalltag Grötschs als Bundespolitiker in die Bereiche Sitzungs- und Wahlkreiswoche, erfuhren die Gymnasiasten.

Warum Grötsch in die SPD eingetreten ist? "Wegen der größten Schnittmenge mit sozialdemokratischen Ansichten", sagt der Politiker, der einst Polizeibeamter war. Heute sind vornehmlich Aufgaben im Innen- und Tourismusausschuss sowie die AG Rechtsextremismus die Anliegen des Waidhausers. Aus bayerischer Sicht beschäftigt ihn der Lärmschutz an der geplanten elektrifizierten Bahntrasse, Fracking und der Stromtrassenausbau.

Oberstudienrat Stefan Niedermeier, der P-Seminar-Betreuer, lobte die Zusammenstellung des Berlinprogrammes, in dem die Schüler nun als eigene Fremdenführer aufgetreten waren. Sie haben sich zudem Unterkünfte und Restaurants selbst ausgesucht. So führte die Fahrt Anfang Oktober zu History Points wie dem Kudamm, dem Reichstag und dem Kanzlerviertel mit Spaziergang. Es ging zum Ostberlin-Tag mit Hohenschönhausen, ins Alex- und Nikolaiviertel, jüdische Museum sowie in die Gedenkstätte des deutschen Widerstandes. Und die Schüler nahmen an den Feierlichkeiten zum Tag der Deutschen Einheit teil.

Damit taten die Schüler genau das, was Grötsch ihnen bei der Pressekonferenz wünschte: "Genießen Sie die Berlinfahrt, in einer vielfältigen kosmopolitischen und würdigen Hauptstadt."

Den Artikel mit Bild finden Sie (mit Bild) hier im Original beim Neuen Tag.

Albert Rupprecht zu Besuch am Kepler-Gymnasium

Politischer Besuch von hoher Stufe war angesagt am Kepler Gymnasium, denn Albert Rupprecht, Bundestagsabgeordneter der CSU, besuchte auf Einladung des Sozialkundelehrers Hr. Hackl am Mittwoch den 28.05.2014 die Klassen 10b und 10e, um den Schülern auf ihre Fragen nach seiner Person und dem Alltag eines Politikers Rede und Antwort zu stehen.
Herr Rupprecht stellte sich zunächst uns Schülern vor. Neben den politischen Ansichten standen somit zunächst private Themen um die Familie und Erfahrungen Rupprechts im Vordergrund. So erzählte er von prägenden Auslandsaufenthalten, seinem politischen Werdegang und seinem Weg zur CSU. Danach hatten die Schüler Gelegenheit, ihre Fragen direkt an Herrn Rupprecht zu richten.
Faszinierend und schülernah erzählte er im Folgenden von seiner Arbeit im Bundestag und von gemachten Erfahrungen sowohl in der Koalition mit der FDP und SPD als auch mit unser Kanzlerin Angela Merkel. Deutlich zu vernehmen war die enorme Belastung, die zum Alltag eines Politikers gehört. Die Schüler gewannen bei diesem Besuch Einblick in Herrn Rupprechts Wirken als Forschungs- und bildungspolitischer Sprecher der CDU/CSU Fraktion. Thematisiert wurden ferner die bisher erkämpften Verbesserungen für die Region Weiden, die Herr Rupprecht heute an Potential reicher und attraktiver sieht, als das noch vor 15 Jahren der Fall war. Zusätzlich besprach Herr Rupprecht mit den Schülern die Frage der steuerrechtlichen Gleichstellung gleichgeschlechtlicher Ehen oder auchdas Dilemma deutscher Waffenexporte.
Auch wenn die jeweils 45 Minuten einer Schulstunde es leider nicht für alle Schüler ermöglichte, Herrn Rupprecht eine Frage zu stellen, so war es doch für alle eine gewinnbringende Gelegenheit, einen Politiker hautnah erleben und dabei erkennen zu können, dass auch Bundestagsabgeordnete nur ganz gewöhnliche Menschen sind. Der Besuch war somit eine Erfahrung, die kein Schüler bereuen dürfte.

Manuel Löw, Franz Mislik

Im Klassenzimmer

Gelungene Zeitreise

Zwei Mal unter den besten fünf – dafür wurden Schüler des Kepler-Gymnasiums in der Stadtbibliothek München geehrt. Christina Holewik (16 Jahre, 11. Klasse) und Bernhard Gailer (18, 12. Klasse) setzten sich beim Schreibwettbewerb der Balkantage „Ein Tag, der die Welt veränderte – 100 Jahre nach dem Sarajevo-Attentat“ gegen Schüler und Studenten aus ganz Deutschland durch. Veranstalter war der Verein „Hilfe von Mensch zu Mensch“.
„Es war wie in einem schlechten Traum. Ich brauchte eine Weile, um wieder klar denken zu können. Ein Attentat! Diesmal folgenschwer?“, schrieb der fiktive Journalist Leopold Horacek am 3. Jänner 1915 über das Attentat auf das österreichische Thronfolgerpaar. Erfunden hat ihn Bernhard Gailer und mit seinem achtseitigen detaillierten Bericht den zweiten Platz ergattert. „Mit dem Bericht konnte ich Gefühle, Eindrücke und historische Eckdaten verbinden.“ Nur eine Jurastudentin überholte ihn. Die Teilnehmer hatten 2000 Wörter zur Verfügung. Sonst waren der Fantasie keine Grenzen gesetzt. Besondere Kreativität bewies Christina Holewik mit einem vierseitigen Gedicht und landete dafür auf Platz fünf: „Doch ist nicht alles miteinander verbunden? Verstrickt, vernäht über Ecken verwunden?“
Den Stein ins Rollen brachte Fachbetreuer Stefan Niedermeier. Er reichte Gailers Arbeit bei der Kommission ein. Holewik hielt ihre Teilnahme geheim: „Ich habe nicht gewusst, ob es gut ist, aber ich hatte nichts zu verlieren.“
Für das zweite Siegertreppchen bekam der 18-Jährige seinen Wunschpreis von 500 Euro, die er für seinen Führerschein spart. Für den Reim gab es einen Buchpreis. Die Werke der zehn Erstplatzierten werden gebunden und in der Stadtbibliothek München ausgestellt. Außerdem dürfen die Gewinner an einem mehrtägigen Workshop teilnehmen. Am Ende der Preisverleihung baten Zuschauer die beiden Gewinner um ihre Arbeiten und um Autogramme.

Mit viel Recherche und Schreibarbeit gewannen Christina Holewik und Bernhard Gailer vom Kepler-Gymnasium gegen Teilnehmer aus ganz Deutschland. Fachbetreuer Stefan Niedermeier ist stolz auf seine Schüler. Bild: Hartl

Das Bundesamt für Verfassungsschutz und die Gefahren des Rechts- bzw. Linksextremismus

1 Das Bundesamt für Verfassungsschutz

Wir erhielten heute in der Regionalbibliothek eine Führung durch eine Ausstellung zum Thema Extremismus und Terrorismus (und was dagegen unternommen wird) von Herrn Dose, einem Mitarbeiter des Bundesamtes für Verfassungsschutz (BfV). Nachdem er sich vorgestellt hatte, erklärte er uns zunächst das Einstellungsverfahren für eine Stelle beim BfV. Er betonte dabei v.a. die Sicherheitsüberprüfung, die bis zu eineinhalb Jahren dauern kann. Er empfahl uns aber, sich bei Interesse eher beim Landesamt für Verfassungsschutz zu bewerben, da man so seine regionalen Kontakte nicht verliert und außerdem die Chance hat, ins Landeskriminalamt zu wechseln. Zu den Aufgaben des BfV gehört es, die Grundrechte des Menschen (Artikel 1-19 im Grundgesetz) zu schützen. Er wies uns außerdem auf Artikel 20a hin (Widerstandsrecht). Dann informierte er uns genauer über den BfV. Während es in den USA beispielsweise 378 Geheimdienste gibt, gibt es in der BRD lediglich drei (wenn man die Geheimdienste der Bundesländer außen vor lässt). Den Bundesnachrichtendienst BND, den Militärischen Abschirmdienst MAD und eben das BfV (der Inlandsgeheimdienst). Hier sind gerade einmal 2600 Leute beschäftigt, die Hälfte davon ist in der Verwaltung tätig. Der Rest unterteilt sich in sogenannte Auswerter (entscheiden, welche Quellen gewählt werden, wer welche Aufgaben übernimmt etc.) und die Leute, die tatsächlich auf der Straße unterwegs sind. Letztere werden aber immer weniger, dafür gibt es z.B. immer mehr Juristen. Herr Dose warnt vor der Idee einiger Politiker, den Geheimdienst und die Polizei zusammenzulegen um Geld zu sparen, da dies seiner Meinung nach ein großes Risiko birgt (so gab es beispielsweise in der Weimarer Republik auch keinen Geheimdienst). Er räumte außerdem mit dem Vorurteil auf, dass der Geheimdienst praktisch alles und jeden überwachen würde. So erhalte der BfV z.B. 80% seiner Informationen aus öffentlichen Quellen (Flyer, Zeitungen usw.) und lediglich 20% auf geheimen Meldewegen. Letztere bestehen zum einen aus Leuten aus der Szene, die für Geld angeworben wurden und zum anderen aus kostenintensiven und aufwändigen Observationen, die viel Training erfordern. Auch seien im letzten Jahr gerade einmal 52 Anträge auf eine Erlaubnis zum Abhören von Telefonen usw. gestellt worden. Mehr ist deshalb nicht nötig, weil wir so viel über uns „freiwillig“ preisgeben (z.B. über Facebook). Herr Dose beruhigte uns aber damit, dass die US-amerikanischen Geheimdienste, die diese Informationen speichern, nicht an Details interessiert sind, sondern nur nach auffälligen Verbindungen suchen. Alles andere sei Übertreibung von Politik und Medien. Interessant sind auch die Risiken, welche die Arbeit als Geheimdienstmitarbeiter oder auch als Quelle birgt. Ein Geheimdienstmitarbeiter operiert auf der Suche nach Quellen oft am Rande der Legalität und riskiert sogar Gefängnisstrafen, während eine Quelle für wenig Geld (max. 500 Euro im Monat) oft große Wagnisse eingeht. So gab z.B. ein Politiker kürzlich den Namen einer abgeschalteten Quelle gegenüber dem „Spiegel“ preis, was diese natürlich in Gefahr brachte. Für das BfV zu arbeiten ist oft auch sehr anstrengend bzw. schwierig. Früher musste man beispielsweise bei Observationen stundenlang in einem Kofferraum ausharren. Dies wird heutzutage allerdings durch moderne Technik (winzige Kameras etc.) wesentlich erleichtert. Sehr schwierig und riskant ist hingegen nach wie vor das Infiltrieren von Gruppen oder Organisationen. So muss man, wenn man entsprechende Hinweise erhalten hat, diese überprüfen und aufpassen, dass man bei Observationen nicht entdeckt wird. Stellt sich der Verdacht als begründet heraus, überwacht man einzelne Personen und sammelt Informationen über sie, um dann Kontakt aufzunehmen und ihnen Informationen über die Gruppe/Organisation zu entlocken. Wichtig ist auch, dass man mindestens zwei Personen hat, deren Aussagen sich decken, womit sie die Richtigkeit dieser Informationen bestätigen. Nahezu unmöglich wird das Erhalten von zuverlässigen Informationen, wenn die Gruppe beschließt, über etwas absolutes Stillschweigen zu bewahren. Alles in allem befindet Herr Dose die Arbeit für das BfV für sehr spannend.

Prinzipien und Werte einer Demokratie, die das BfV schützen muss.

Maßnahmen des BfV, die zur Sammlung von Informationen -z.B. über extremistische Gruppen- ergriffen werden können.

2 Rechtsextremismus

Im Anschluss daran erklärte er uns, dass es heutzutage zwei Arten von Rechtsextremisten gibt. Zum einen gibt es die „klassischen“ Rechten, die niemals Polizisten oder Soldaten angreifen würden, die von ihnen ausgehende Gewalt richtet sich gegen Ausländer und Linke. Sie benötigen eine klare Struktur und sind in der Regel Anhänger der NPD. Von ihnen gehen oft Aktionen wie beispielsweise Flyer mit rechter Propaganda oder auch die sogenannten Schul-CDs aus. Diese CDs enthalten Musik, deren Texte rechtsextremistischer Propaganda entsprechen. Herr Dose rät Schülern dazu, solche CDs umgehend bei einer Lehrkraft abzugeben. Obwohl diese Musik in Deutschland verboten ist, finden jedes Jahr viele illegale Konzerte mit rechtsextremen Bands statt, auf denen sie gespielt wird. Im Jahr 2012 waren es z.B. 128 illegale Konzerte. 2013 waren es zwar „nur“ 82, was dem BfV allerdings Sorgen bereitete war, dass diese Konzerte von Hells Angels und Bandidos abgesichert wurden. Denn Rechtsextremismus und Rocker sind laut Herrn Dose eine gefährliche Kombination. Die andere rechte Gruppe sind die sogenannten Autonomen Nationalisten. Im Gegensatz zu den „klassischen“ rechten haben sie keine klaren Strukturen und folgen nicht dem Führerprinzip. Jedoch könnte man Christian Worch, einen der führenden Köpfe und Multifunktionär der militanten rechten Szene (der viel Geld in die Szene investiert), durchaus als ihren geistigen Führer bezeichnen. Interessant ist auch das äußere Erscheinungsbild der Autonomen Nationalisten, es ähnelt dem der Linksextremisten recht stark (u.a. Palästinensertuch), was eigentlich recht verwunderlich ist. Diese Gruppierung und ihre gewaltsamen Aktionen erinnern teilweise ein wenig an Terrorismus, sie scheuen sich nicht davor, auch Polizisten anzugreifen. Erwähnenswert ist noch, dass es durchaus erlaubt ist, nationalsozialistische Symbole und Erinnerungsstücke zu Hause zu haben und zu sammeln. In der Öffentlichkeit darf man diese jedoch nicht zeigen.

Nationalsozialistische Zeitungen und Flyer

Cover von rechten (Schul-)CDs

Autonomer Nationalist

3 Linksextremismus

Genau wie Rechtsextremisten wollen Linksextremisten den Staat auf eine Art und Weise verändern, welche die Grundrechte der Menschen einschränken würde. Daher werden sie vom BfV auch überwacht, wobei hierbei nur die kommunistische Plattform von Interesse ist und nicht z.B. die gesamte linke Partei. Heutzutage sind die Linksextremisten allerdings ein weitaus geringeres Problem als die Rechten, da es immer weniger von ihnen gibt. Das wohl bekannteste Beispiel für Linksextremismus dürfte die RAF (Rote Armee Fraktion) sein, die v.a. in den 70er und 800er Jahren aktiv war. Sie hatte sich innerhalb von zwei bis drei Jahren nach ihrer Gründung 1970 von einer extremistischen zu einer terroristischen Organisation gewandelt und war für viele Anschläge verantwortlich. Heutzutage vollzieht sich dieser Wandel aufgrund des Internets viel schneller als damals, er ist in der Regel nach zwei bis drei Monaten abgeschlossen. Dies gilt sowohl für Links- als auch für Rechtsextremisten. Eine heikle Aufgabe für das BfV war früher auch der ständige „Wettkampf“ mit der Stasi, in dem der westdeutsche Geheimdienst zahlenmäßig absolut unterlegen war (ca. 2 200 vs ca. 106 000). Dadurch wurden sie oft vor schier unlösbare Probleme gestellt, jedoch sah die Stasi das Ende des Ostblocks genauso wenig kommen und konnte es erst recht nicht verhindern.

Linksextremist

4 Regionale Probleme

Laut Herrn Dose sind die Linken hier in Weiden kein Problem. Die Rechten sind da schon etwas aktiver, in den letzten Jahren organisierten sie zwei Aufmärsche in der Gegend. Doch die größte Gefahr geht seiner Meinung nach von zwei Salafisten (Salafismus: eine ultrakonservative Strömung des Islams) aus, die bereits in der hiesigen Moschee gepredigt haben und durchaus ernstzunehmen sind.

Jonathan Mirus

Klassenbesuch der Ausstellung gegen Extremismus in Deutschland in der Regionalbibliothek Weiden

Am 04. April besuchte die Klasse 9b mit ihrem Klassenleiter Herrn Niedermeier die Ausstellung gegen Extremismus in Deutschland, die unter dem Titel „Es betrifft Dich! - Demokratie schützen – Gegen Extremismus in Deutschland“ vom 02. - 12. April in der Regionalbibliothek Weiden besichtigt werden kann. Nach der Ankunft in der Bibliothek wurde die Klasse von Herrn Dohse vom Bundesamt für Verfassungsschutz begrüßt und durch die Ausstellung geführt. Als Einstieg in die Führung erklärte er den Schülern zunächst, dass die Demokratie auf 9 Säulen ruht

und erläuterte die Grundrechte der Bundesrepublik Deutschland (Artikel 1-19 im Grundgesetz). Er wies darauf hin, dass Extremisten diese Grundrechte verletzen und dass es die Aufgabe des Bundesamtes für Verfassungsschutz ist, das zu verhindern.

Als nächstes klärte Herr Dohse die Schüler über die drei Arten von Extremisten auf, die Rechtsextremisten, die Linksextremisten und die ausländischen Extremisten. Letztere wollen vor allem möglichst viele Menschen zu ihrem Glauben bekehren, egal mit welchen Mitteln. Allerdings beteuerte er auch, dass 99% der in Deutschland lebenden Ausländer gesetzestreue Bürger und nur 1% extremistisch sind.
Im Anschluss ging es weiter mit der Führung, die sich als erstes im besonderen Rechtsextremisten widmete. Es gibt zwei Arten von Rechtsextremisten, die NPD und die Autonomen Nationalisten.
Die NPD bezeichnete Herr Dohse als die alte Art, diese ködert Jugendliche im Verborgenen mithilfe von Gratis-CDs mit rechter Musik und würde sich niemals gegen die Polizei, bzw. den Staat auflehnen. Die neue Rechte, die Autonomen Nationalisten hingegen sind trotz ihres gepflegten Aussehens überaus brutal gegenüber Ausländern, Polizisten, Beamten, Soldaten und allen, die einer anderen Meinung sind als sie. Wie die Schüler erfuhren, hatte es bereits zwei große Ausschreitungen gegeben, einmal in Berlin und einmal in Hamburg, bei denen die Rechtsextremisten jeweils sehr gut vorbereitet gewesen waren. Während die NPD gut strukturiert ist, gibt es bei den Autonomen Nationalisten keine richtige Ordnung, sie akzeptieren nicht einmal das Führerprinzip, was gegen ein "echtes" rechtes Gedankengut spricht. Herr Dohse machte die Klasse am Beispiel von Beate Zschäpe darauf aufmerksam, dass viele Extremisten erst gegen die Grundrechte verstoßen, um diese danach zu ihrem Vorteil auszunutzen. Des Weiteren wies er darauf hin, dass Rechtsextremismus nicht nur in Deutschland verbreitet ist, sondern auch z.B. in den USA, wo es zum einen die Organisation Blood and Honour gibt, zum anderen den Ku-Klux-Klan, von dem vermutet wird, dass er Verbindungen zu rechtsextremistischen Gruppierungen in Deutschland hat.

rechtsextremer Straßenkämpfer, ein sog. Autonomer Nationalist

beschlagnahmte Waffen militanter Rechtsextremisten

Erinnerungen an das 3. Reich, für Neonazis von hohem Wert

Als nächstes ging es weiter zu den Linksextremisten, wo Herr Dohse klarstellte, dass Die Linke nicht unter Beobachtung steht, wie es in Gerüchten heißt, sondern das Bundesamt für Verfassungsschutz vor allem die Kommunistische Plattform (KPF) im Visier hat, eine Gruppierung innerhalb der Linken. Wie die Schüler erfuhren, bestimmt die Partei im Kommunismus alles, es gibt keine individuellen Rechte und alle sind gleich. Vor allem bei linken Autonomen besteht Gewaltpotential, sie bestehen aus etwa 700-800 kampferprobten und äußert gewaltbereiten Kommunisten und ihr Hauptziel sind die Polizei und andere Staatsorgane.
Am Beispiel der RAF (Rote Armee Fraktion) machte Herr Dohse im Anschluss deutlich, wie schnell aus Extremisten Terroristen werden können.

linksextremer Straßenkämpfer

Das Werkzeug hilft bei der Unterbrechung von Zugverbindungen, was für die militanten Linksextremisten sehr wichtig ist, da Sabotage eines ihrer Ziele ist.
Als nächstes stehen die Mittel der Informationsbeschaffung auf dem Plan, die vom Geheimdienst verwendet werden, um Informationen über extremistische Gruppierungen zu beschaffen, doch nachdem die Schüler etwas über Observation und V-Leute (angeworbene Spitzel innerhalb einer Gruppierung) erfahren hatten, musste die Führung aufgrund von Zeitmangel leider vorzeitig beendet werden.

Der Ausflug in die Ausstellung kam bei allen Schülern gut an, da er sehr gut zum derzeitigen Geschichtsunterricht passt und sich die Ausstellung einem von Natur aus sehr interessantem Thema widmete.

Tim Mirus, 9b

Schulausflug der Klasse 9b zur KZ-Gedenkstätte Flossenbürg

Am 07.02.2014 unternahm die Klasse 9b des Kepler-Gymnasiums Weiden als Ergänzung zum Geschichtsunterricht der 9. Klasse zusammen mit der Klasse 9e einen Ausflug zur KZ-Gedenkstätte Flossenbürg, die für den "European Museum of the Year Award 2014" nominiert ist und außer Rundführungen noch eine Ausstellung über das Konzentrationslager zur Zeit des Nationalsozialismus und eine weitere über die Nachwirkungen des Konzentrationslagers Flossenbürg anzubieten hat.

Nach der Ankunft in der KZ-Gedenkstätte wurden die Schüler von den Rundgangführern begrüßt und in die Klassen aufgeteilt. Für die Klasse 9b war die erste Etappe des Rundgangs die Kommandantur des Konzentrationslagers.

Wie die Schüler erfuhren, war diese bei der Eröffnung des KZs im Mai 1938 noch nicht vorhanden gewesen und erst später für die Leiter des Lagers gebaut worden, die zuvor, wie die einfachen SS-Truppen, in Baracken gelebt hatten. Die Klasse wurde darüber informiert, dass es sich bei dem KZ Flossenbürg nicht um ein Todeslager gehandelt hatte, in dem die Häftlinge vergast worden waren, sondern um ein Arbeitslager, in dem man die Häftlinge gezwungen hatte, den ganzen Tag im Steinbruch zu arbeiten. Ein Arbeitstag umfasste hierbei zwölf Stunden, zusätzlich waren die Insassen, deren Großteil aus politischen Gefangenen, sogenannten Berufsverbrechern, Homosexuellen und sogenannten Bibelforschern und Asozialen bestanden hatte, durch stundenlange nächtliche Appelle und zu wenig Nahrung gequält worden, woran viele von ihnen gestorben sind. An der nächsten Station des Rundgangs, dem ehemaligen Lagertor, das mit dem berühmten Motto "ARBEIT MACHT FREI", verziert gewesen war, nun jedoch, wie auch die meisten anderen Bauten im Lager nicht mehr erhalten ist, erklärte die Rundgangsleiterin den Schülern, dass die Position des Konzentrationslagers nicht zufällig gewählt worden war.

Ein Grund für den Standort war gewesen, dass die Temperaturen in Flossenbürg kälter sind als an vielen anderen Orten in Bayern. Dazu weht dort oftmals noch ein besonders kalter Wind, was dem Lager bei den Häftlingen den Namen "Bayrisch Sibirien" eingebracht hatte. Weitere Gründe waren gewesen, dass Flossenbürg einen Steinbruch besitzt, in dem die Gefangenen arbeiten mussten und später, dass Flossenbürg nahe der tschechischen Grenze liegt, wo die Nazis bei ihrem Einmarsch zu Beginn des 2. Weltkrieges viele Gefangene gemacht hatten und dass man vom Lager aus eine alte Burgruine sehen kann, die für die Nazis ein ehemaliges "Bollwerk gegen die Slaven" dargestellt hatte und daher von großer Bedeutung für sie gewesen war.
Für die damaligen Einwohner von Flossenbürg war das KZ ein großer Gewinn gewesen, nicht zuletzt wegen des Handels mit dem Lager, das selbstverständlich Lebensmittel und qualifizierte Arbeiter für Reparaturen und ähnliches benötigt hatte, aber auch wegen des sogenannten "SS-Kasinos", einem der wenigen noch erhaltenen Gebäude, in dem sich nicht nur ein Kino befunden hatte, in dem auch die Bürger die Wochenschau hatten sehen können, sondern auch Ärzte, die auch die Bürger behandelt hatten.
Als nächstes erfuhren die Schüler mehr über das Schicksal des Konzentrationslagers nach der NS-Zeit, bevor das Lager ein Museum wurde. Es hatte in diesem Zeitraum viele verschiedene Nutzungsbereiche gegeben, so waren zum Beispiel die SS-Baracken bis ins Jahr 1967 als Behausungen für Sudetendeutsche genutzt worden, die keine richtige Wohnung hatten. Die ursprünglichen Baracken waren jedoch abgerissen und durch neue Zweifamilienhäuser ersetzt worden, so dass der Ort in das Lagergelände hineinwuchs.

Während der Wahlspruch "Arbeit macht frei" suggeriert hatte, dass Häftlinge sich die Freiheit erarbeiten können, war dies sehr selten bis nie geschehen. Auch die zahlreichen Fluchtversuche waren äußerst selten erfolgreich gewesen, da das KZ von einem unter Hochspannung stehenden Zaun eingegrenzt gewesen war und nicht nur von vielen SS-Soldaten, sondern auch von sogenannten Kapos, Funktionshäftlingen, die die Aufgabe hatten, die anderen Insassen zu überwachen und zu bestrafen, bewacht worden war. Hatte man einen Flüchtling wieder eingefangen, so war dieser meistens vor den Augen der übrigen Gefangenen erhängt worden, wie der Klasse erklärt wurde. Als nächstes begab sich die Klasse in den Keller des ehemaligen Wäschereigebäudes, wo man Statistiken zu den Opfer betrachten kann. Insgesamt hatten in Flossenbürg Häftlinge aus über 30 Nationen eingesessen, die meisten von ihnen waren polnischen oder sowjetischen Ursprungs gewesen. Im Gegensatz zu anderen Konzentrationslagern waren im KZ Flossenbürg vergleichsweise wenige Juden umgekommen. Von insgesamt 100 000 Gefangenen waren in Flossenbürg und den ungefähr 90 Außenlagern 30 000 ums Leben gekommen, 3 000 davon waren Juden gewesen. Von den insgesamt 30 000 Opfern waren 15 000 in Flossenbürg, 10 000 in den Nebenlagern und 5 000 bei den sogenannten Todesmärschen gestorben, bei denen, wie die Rundgangsleiterin erzählte, im Jahr 1945, tausende Gefangene zu Fuß in Richtung Dachau getrieben worden waren.
Im nächsten Raum erfuhr die Klasse von der Ankunft der Häftlinge im Lager. Als erstes waren alle Gefangenen gezwungen worden, sich ausziehen und sämtliche Besitztümer abgeben, danach waren sie zum Friseur des KZs gebracht worden, der mit einer absichtlich stumpfen Schere sämtliche Körperbehaarung abgeschnitten hatte, bereits hier hatten also schon erste Misshandlungen stattgefunden. Als Ersatz für die eigene Kleidung hatte danach jeder Häftling einfache gestreifte, Leinen- bzw. Wollkleidung erhalten. Bei der Verteilung der Sachen war nicht auf Körpergröße oder Statur geachtet worden, jedoch war jedem Häftling eine Nummer auf seine Sachen genäht worden, die ihn gekennzeichnet hatte, dazu noch einen Wimpel, der auf den ersten Blick gezeigt hatte, warum dieser verhaftet worden war.

An der Wand steht das Zitat eines ehemaligen Insassen aus Flossenbürg:

Dieser Satz bezieht sich darauf, dass von diesem Zeitpunkt an nicht mehr gezählt hatte, wer man war oder wie man vor der Verhaftung geheißen hatte. Die Gefangenen waren wie Gegenstände behandelt worden, vollkommen menschenunwürdig.
Ein Zeichen dafür, dass die Nationalsozialisten sich nicht um die Würde der Menschen gekümmert hatten, ist der Duschraum, in dem die Häftlinge gezwungen wurden, mit vielen Fremden zusammen zu duschen. Wer auf die Toilette gemusst hatte, hatte dies vor den Augen aller anderen in einer Ecke des Raumes tun müssen.

Noch eine Etage tiefer konnten die Schüler ein Buch durchblättern, in dem alle ehemaligen Gefangenen verzeichnet sind, die bis zur Befreiung des Lagers am 23. April 1945 dort Zwangsarbeit verrichtet hatten.

Im Anschluss daran betrachteten die Schüler eine Animation, die die Geschichte des KZs von 1938 bis zu seiner Umfunktionierung in ein Museum im Jahr 2007 zeigte. Im Jahr 1958 war ein Ehrenfriedhof für die Opfer angelegt und im Jahr 1965 der Arrestbau abgerissen worden, dessen Überreste die Schüler im Anschluss besichtigten. Von 1990 an war das Gelände für Industriehallen genutzt worden, die jedoch im Jahr 1999 wieder abgerissen wurden, als man sich des historischen Wertes des Geländes bewusst geworden war. Und erst 62 Jahre nach Befreiung des Lagers, im Jahr 2007 war es in eine Gedenkstätte umfunktioniert worden.
Nun besichtigte die Klasse den Arrestbau, der gewissermaßen als Gefängnis im Gefängnis fungiert hatte. Er hatte vor allem viele politische Gefangene beherbergt, einige von ihnen, unter anderem Dietrich Bonhoeffer waren hier erhängt worden.
An der Stelle der ehemaligen Krankenbaracken wurde die Klasse über die katastrophalen Umstände der Krankenversorgung informiert. Hatte ein Gefangener operiert werden müssen, so überlebte er dies in den seltensten Fällen, was besonders an einem Arzt namens Dr. Schmitz gelegen hatte, der unter anderem Schau-Operationen für SS-Generäle durchgeführt hatte. Wenn die Operierten danach behindert und arbeitsunfähig gewesen waren, waren sie in Todeslager geschickt und mit Giftgas getötet worden.
Der nächste Ort, den es zu besichtigen galt, war das sogenannte Tal des Todes, wo das noch erhaltene Krematorium des KZs liegt. Dort gibt es eine Aschepyramide, die, wie die Schüler erfuhren, von den Amerikanern bei der Übernahme als Massengrab aus den gefundenen Überresten der Opfer angelegt worden war.
Die Führung endete mit der Vorführung eines Films, in dem Überlebende von ihrer Zeit im Konzentrationslager Flossenbürg erzählten. Im Anschluss daran bekamen die Schüler eine Stunde Zeit, um die Ausstellungen auf eigene Faust zu besichtigen, bevor alle wieder in den Bus stiegen und zurück zu Schule fuhren.

Meiner Meinung nach war der Ausflug eine gelungene Ergänzung zum derzeitigen Geschichtsunterricht, da man sich die Verbrechen, die während der NS-Zeit von den Nazis verübt wurden, auf diese Weise besser vor Augen führen kann und besser versteht, was für Zustände damals herrschten.

Tim Mirus

Auszeichnung als „Landesbeste Schule Freistaat Bayern 2013“

...im Rahmen des „Geschichtswettbewerbs des Bundespräsidenten 2012/13“, veranstaltet von der Körber-Stiftung. Der Wettbewerb stand unter dem Motto „Vertraute Fremde. Nachbarn in der Geschichte“. Am 08. Oktober konnten die Schüler Simon Grajer und Felix Alt (beide Q11) sowie die Schülerin Liesa Federl (Q12) im Rahmen eines Festaktes, der im Historischen Rathaussaal der Stadt Nürnberg stattfand, Urkunden für einen Landes- bzw. Förderpreis aus der Hand von S. Tetzlaff (Körber-Stiftung) und A. Schröder (Staatsministerium für Unterricht und Kultus) entgegennehmen.
Simon und Felix erhielten einen Landespreis für ihre Arbeit zum Thema „Hans Beimler - Unser Held und Nachbar aus Waldthurn“, Liesa wurde mit einem Förderpreis für ihre Arbeit „Auf den Spuren der weißen Pferde“ belohnt – mit dieser Arbeit hat Liesa heuer bereits im Bayerischen Landeswettbewerb „Erinnerungszeichen“ einen 1. Landespreis erhalten. Unterstützt und begleitet wurden die Schülerin und die Schüler durch ihre Tutoren Frau Yvonne Federl, Herrn StD a.D. Burkhard Röhlinger und Herrn StR Christian Obermayer.
Die Zuerkennung eines Landes- und eines Förderpreises waren auch die Grundlage für die Auszeichnung der Schule.
Weitere Informationen:

http://www.koerber-stiftung.de/fileadmin/user_upload/bildung/geschichtswettbewerb/presse/2013/03_Preistraeger_Bayern.pdf

http://www.br.de/nachrichten/oberpfalz/weiden-kepler-gymnasium-geschichtswettbewerb-bundespraesident-100.html

Schülerehrung (von links): StD a.D. Burkhard Röhlinger, Sven Tetzlaff (Körber-Stiftung), Simon Grajer, Alexander Schröder (Kultusministerium), Felix Alt, StR Christian Obermayer

Schulehrung: (von links): Alexander Schröder (Kultusministerium), OStD Rolf Anderlik, StD a.D. Burkhard Röhlinger, Sven Tetzlaff (Körber-Stiftung), StR Christian Obermayer

Bildnachweis: Rudi Ott

Zusammenfassung des 1. Wandertags

Am 19. September war es soweit, der erste Ausflug an einem Wandertag für die Klasse 10a. Das Ziel war Nürnberg. Nach 1.45 Stunden Fahrt sind wir schließlich um 10:00 Uhr in der historischen Innenstadt angekommen. Dort zeigte uns Hr. Niedermeier sofort, womit er vor seiner Lehrerlaufbahn Geld verdient hat. Seine Führung begann an der Nürnberger Burg. Schon zu Beginn der Führung war schnell klar,dass Nürnberg nicht immer schon zu Bayern gehört hat, denn neben der bayerische hing stolz die Frankenfahne. Nach der Besichtigung des Burghofs gab es noch die Geschichte des Raubritters Eppelein von Gailingen, die deutlich machte, wie sehr sich eine Kaufmannsstadt im Mittelalter vor Räubern wappnen musste, und ab ging es in die historische Altstadt von Nürnberg, deren wohl berühmtester Sohn der Künstler Albrecht Dürer war. Die großen Ziele unserer Stadttour waren die evangelische St. Sebald Kirche (Foto 1) mit dem Fürsten der Welt, das Rathaus (Foto 2) und zuletzt das berühmte Männleinlaufen, bis wir schließlich Mittagspause machten. Einige von uns machten dabei zum ersten Mal Bekanntschaft mit den winzig kleinen Nürnberger Rostbratwürsten, die von einigen Menschen als die besten Bratwürste der Welt gelobt werden (Foto 3). Andere schauten sich auf eigene Faust gruppenweise in der Innenstadt um. Um 14:30 war dann wieder Abfahrt und wir fuhren im Bus zum ehemaligen Reichsparteitagsgelände. Die riesige Architektur von Albert Speer begann schon mit der Großen Straße, führte uns weiter zum Zeppelinfeld, dessen große Tribünen sehr beeindruckend aber dennoch baufällig waren und endete mit der riesigen Kongresshalle, welche seiner Zeit eigentlich überdacht werden hätte sollen. In den Räumen rund um die Halle gab es noch eine moderne Ausstellung zum Thema Faszination und Gewalt der Nationalsozialisten. Diese rundete den ganzen Tag noch ab und nach der reibungslosen Heimfahrt beendete Hr. Niedermeier den Wandertag um ca. 18:30 Uhr.

  St. Sebald Kirche Rathaus Bratwürste ... ......

Andreas Kopp (10a)

"Ich will nicht mehr diskutieren, ich will aktiv helfen!"

Als im Juni die Tafel Weiden im NEUEN TAG WEIDEN dazu aufgerufen hatte, dass Menschen aus der Region diese soziale Einrichtung unterstützen mögen, konnte man noch nicht damit rechnen, welcher Tatendrang hierdurch bei den Schülerinnen und Schülern des Kepler-Gymnasiums geweckt werden sollte.
Zunächst nahmen sich die Klassen 10a, 10b und 10c im Fach Sozialkunde dem Thema „Tafel“ an, informierten sich selbst und anschließend durch Kurzreferate und Plakate gegenseitig, beginnend bei den Strukturen der Tafel vor Ort bis zur umfassenden Welternährungssituation. Das hierbei gewachsene Interesse an der Tafel und dem Ehrenamt im Allgemeinen motivierte die Schülerinnen und Schüler für die Tafel direkt aktiv zu werden. Hierfür wurden verschiedenste Handlungsspielräume abgewogen. Letztlich wurde ein eintägiges Großprojekt geplant, bei dem ein Zeichen für das Ehrenamt und die Tafel gesetzt werden sollte. Da sich das Projekt am Kepler schnell herumsprach, schlossen sich weitere, z. T. auch fachfremde Klassen an und so nahmen letztlich mehr als 100 (!!!) Schülerinnen und Schüler freiwillig und voller Tatendrang am Projekt teil. Der zeitliche Aktions-Rahmen konnte deshalb auf ein ganzes Wochenende ausgedehnt werden.
Und dann ging es auch schon los: Am Freitag gleich nach Schulschluss versammelten sich die ersten Keplerianer vor dem E-Center und bauten ihren bunten Stand auf. Im Laufe des Nachmittags wurden Bürger durch selbstgefertigte Plakate und persönliche Gespräche über die Arbeit der Tafel informiert. Außerdem motivierten die Schüler die einkaufenden Bürger, einen kleinen Artikel zusätzlich in ihre Einkaufsliste aufzunehmen und diesen dann der Tafel zu spenden. Bis zum Abend quoll der Infostand vor Spenden über, so viele Lebensmittelspenden konnten gesammelt werden. Am Samstag wiederholten die Keplerianer in anderer Besetzung ihr Projekt vor dem Supermarkt. Der Erfolg war ebenso umwerfend: Insgesamt konnten Lebensmittel im Umfang von 1,2 Tonnen gesammelt werden!
Das Kinderbürgerfest am Sonntag sorgte für einen krönenden Abschluss eines tollen Wochenendes. Den ganzen Tag wurde den Kleinsten der Weidener ein unterhaltsames Programm aus Spiel und Spaß geboten. Nebenbei wurden die Eltern mit Kaffee und Kuchen versorgt.
Zugegeben, als junge Lehrkraft hatte ich im Vorfeld bedenken, die unaufhaltsam steigende Fülle an motivierten Schüler zusammen zu halten. Doch der hohe Grad an Selbstorganisation und die Freude der Jugendlichen, in ihrer Freizeit ehrenamtlich aktiv zu werden, hat mich sehr positiv überrascht. Dem Vorwurf der Null-Bock-Jugend wurde durch die Keplerianer entschieden entgegengetreten!
Neben allen Mitarbeitern der Tafel gilt deshalb auch mein Dank den am Projekt beteiligten Schülern und Schülerinnen, die an einem der schönsten Wochenenden des Jahres viel Zeit für bedürftige Menschen aufgebracht haben. DANKE!

Stefan Wilpert (StRef)

Exkursion der Klassen 9a und 9b zur KZ-Gedenkstätte Flossenbürg

Am Dienstag, den 5. Februar 2013, unternahmen die Klassen 9a und 9b des Kepler-Gymnasiums zusammen mit ihren jeweiligen Geschichtslehrerinnen Frau Ries-Hesl und Frau Witty sowie Herrn Niedermeier eine Klassenfahrt zum ehemaligen KZ-Gelände nach Flossenbürg, um den aktuellen Stoff im Fach Geschichte – Judenverfolgung und Zweiter Weltkrieg – zu vertiefen.
Nach einer halbstündigen Busfahrt zum ehemaligen Konzentrationslager wurden die beiden Klassen getrennt, wobei die 9a Frau Sailer und die 9b Frau Wolf zugeteilt wurden. Diese führten die Schülerinnen und Schüler zur einstigen SS-Kommandantur, über den Appellplatz und schließlich zur Wäscherei und informierten die Klassen über die Funktion der jeweiligen Gebäude sowie den Geschehnissen an diesen Orten zur damaligen Zeit. Den Schülern wurden in der Ausstellung in Erd- und Kellergeschoss der Wäscherei der harte Alltag der Gefangenen in diesem KZ und die Rücksichtslosigkeit der Nationalsozialisten geschildert und anschließend die Ruinen des damaligen Arrestbaus gezeigt. Der weitere Weg des Rundgangs über das Gelände führte die Klassen zur jüdischen Gedenkstätte und zum sogenannten Tal des Todes. Das sich dort befindende Krematorium konnte allerdings aufgrund der winterlichen Witterungsverhältnisse nicht betreten werden, war aber von der nach dem Krieg errichteten Kapelle gut zu sehen. Der Name „Tal des Todes“ rührt daher, dass dort die Leichen der Juden und anderer Häftlinge verbrannt wurden und deren Asche in der danebenliegenden Aschepyramide gesammelt worden war.
Nach einer kurzen Pause sahen sich die Klassen in der einstigen SS-Kommandantur einen Film an, in welchem ehemalige Häftlinge im Jahr 2007 von ihrem Leben und Dasein im KZ berichteten. Anschließend begaben sich die Schüler erneut in die Wäscherei und bearbeiteten dort in Kleingruppen verschiedene Arbeitsaufträge zur dortigen Ausstellung. Danach wurden die Ergebnisse der einzelnen Gruppen zusammengetragen und den Klassen die Gelegenheit gegeben, selbstständig die erst seit kurzem fertiggestellte Ausstellung in der Lagerküche, die mit dem Bayerischen Museumspreis ausgezeichnet wurde, zu besichtigen.
Abschließend kann gesagt werden, dass diese Exkursion vielen Schülerinnen und Schülern noch lange Zeit in Erinnerung bleiben wird, da sie sehr informativ war und nicht nur eine Klassenfahrt im Rahmen des Geschichtsunterrichts darstellte, sondern auch zum Nachdenken anregte und einige Schüler auch persönlich sehr berührt hat. Eine ausführliche Nachbesprechung erfolgte in beiden Klassen in der darauffolgenden Geschichtsstunde, wobei allen Schülern die Gelegenheit gegeben wurde, ihre Gedanken und Gefühle zum Besuch des ehemaligen KZs zu äußern.

Johannes Seckler, Sebastian Spöth (beide 9a)

Hier wird Geschichte lebendig - Pavel Stránský besucht das Kepler-Gymnasium Weiden

Am 27.11.2012 hatten die Schüler der Q12 des Kepler-Gymnasium Weidens die Chance, Geschichte hautnah mitzuerleben. Der Zeitzeuge Pavel Stránský erzählte von seinen Erlebnissen zur Zeit des Nationalsozialismus. Der Lebensweg des 1921 in Tschechien geborenen Juden führte von Prag nach Theresienstadt, über Auschwitz und Schwarzheide wieder zurück nach Prag und die Schrecken, die er erlebt hatte, sind nur schwer zu fassen. Dennoch beginnt er seinen Vortrag mit den Worten: „Dies ist ebenso eine Liebesgeschichte“. Die Liebe zu seiner Frau Vera gab ihm Kraft für seine lange Reise in den vermeintlichen Tod, sie habe ihn nie die Hoffnung verlieren lassen.
Pavel verbrachte seine Jugend in Prag, wo er seine spätere Frau kennenlernte. 1941 wurde er im Zuge der Okkupation der Tschechoslowakei nach Theresienstadt deportiert, gemeinsam mit Vera und deren Mutter. 1943 heirateten beide im Konzentrationslager und ihre „Hochzeitsreise“ führte nach Auschwitz-Birkenau. Dort wurde Pavel als Betreuer des Kinderblocks eingesetzt. „Wir versuchten den Kindern eine Illusion zu verkaufen, wir haben ihnen in den letzten Monaten eine Märchenwelt aufgebaut“, sagt er selbst über diese Zeit, doch leider überlebte keines der Kinder den Holocaust. Nachdem das junge Paar 1944 getrennt wurde, kam Stránský in das Konzentrationslager Schwarzheide, das er erst im Todesmarsch wieder verlassen sollte. Trotz der übermenschlichen Strapazen überstand er diesen und wurde schließlich befreit. Wie durch ein Wunder überlebte auch Vera das Konzentrationslager Bergen-Belsen und so führte sie das Schicksal am späten Sonntagnachmittag des 19. Juli 1945 wieder zusammen.
Während des Holocausts starben beinahe sechs Millionen Juden. Pavel Stránský machte es sich zur Lebensaufgabe, den nachfolgenden Generationen seine Erlebnisse zu schildern, die Naziverbrechen den Menschen in Erinnerung zu halten, damit etwas Schreckliches solchen Ausmaßes nie wieder geschehen möge. Er bezeichnet sich und andere Zeitzeugen „als Boten der Opfer“ und spricht für die Vielzähligen, die nicht so viel Glück hatten wie er.
Die bewegende Geschichte des über 90 Jährigen beeindruckte die Schüler sehr. Die Tatsache, dass seine Vergangenheit gleichzeitig eine Liebesgeschichte ist, rührte Viele. Sein Leitmotiv „Das Wichtigste im Leben ist die Liebe. […] Ohne Liebe […] vegetiert der Mensch nur so dahin“ und sein unerschütterlicher Glaube in die Liebe macht gerade diese Holocaust-Geschichte zu etwas Besonderem und wir sind froh, daran teilgehabt zu haben.

Julian Lindner/Stefan Niedermeier

Kommunalpolitik und Projektarbeit – Sozialkunde in der Praxis

Eine Sozialkundestunde der besonderen Art erlebten die Schülerinnen und Schüler der Klasse 10d: Auf Einladung ihrer Geschichts-und Sozialkundelehrerin Eva-Maria Walter war Stephan Oetzinger an seine alte Schule gekommen, um in seiner Funktion als Erster Bürgermeister der Marktgemeinde Mantel den Jugendlichen die Vielfalt des politischen Alltags in einer Kommune aufzuzeigen und das Sozialkunde/Geschichte- Projekt „Bayerische Ortschaften im Wandel“ mit Erfahrungen aus der Praxis zu bereichern.
Natürlich interessierte die Schülerinnen und Schüler zunächst der persönliche Werdegang des „jüngsten Bürgermeisters der Oberpfalz“: Er hat im Jahr 2004 sein Abitur am Kepler gemacht („Lieblingsfächer?“ „Geschichte und Deutsch, Sozialkunde und ein bisschen auch Latein…“), danach in Regensburg Geschichte, Politikwissenschaften und Religionswissenschaften studiert und sich parallel in seiner Heimatgemeinde Mantel auch politisch engagiert. 2008 wurde er hier bereits Zweiter Bürgermeister und seit dem 23.5.2012 ist er nun Erster Bürgermeister, und damit in einem Amt, das „ jeden Tag viel Verantwortung, aber auch viel Freude bringt.“
Die Jugendlichen erfuhren, dass ein Arbeitstag zwischen 12 und 15 Stunden dauert, dass sich hierbei die Büroarbeit mit einer Reihe von Ortsterminen abwechselt, dass knapp 20% aller Bürgeranliegen bereits über die gemeindliche Facebook-Seite eingehen, und dass ein Bürgermeister in einer Gemeinde mit 3000 Einwohnern eigentlich immer im Dienst ist. Stephan Oetzinger erläuterte die Einnahmen und Ausgaben der Gemeinde, er berichtete über die Aktivitäten für und durch die Jugendlichen – von den 44 Vereinen haben 20 eine eigene Jugendabteilung, es gibt einen gemeindlichen Jugendraum, die Kooperation der Jugendleiter zwischen Landkreis und Stadt Weiden ermöglicht eine Reihe gemeinsamer Unternehmungen – und konnte seiner Gemeinde einen „Plustrend“ bescheinigen, der sich u.a. in einem Anstieg der Geburtenzahlen, einer Verdoppelung der Kita-Plätze und der Ausweisung von neuem Bauland zeigt.
Leider unterbrach der Gong das angeregte Gespräch, doch wird es eine Fortsetzung geben – im Manteler Rathaus, wo die Klasse 10d Kommunalpolitik vor Ort erleben wird.

Hier können die Jugendlichen dann ihre Erfahrungen aus dem Projekttag mitbringen, der unter dem Rahmenthema „Bayerische Ortschaften im Wandel“ diverse Problemfelder beleuchtete. Die Themenbereiche „Demographische Entwicklung – zur Situation der jungen und der alten Menschen“, „Wirtschaftliche Entwicklung und Arbeitsplätze“, „Einkaufsmöglichkeiten“, „Bausubstanz und Infrastruktur“ sowie „Vereins- und Gemeinschaftsleben“ hatten die Schülerinnen und Schüler zunächst in Gruppen bearbeitet und dann durch eigene Recherchen bei Eltern, Großeltern, Freunden, Nachbarn, aber auch bei amtlichen Stellen wie der Arbeitsagentur Weiden oder in den einzelnen Rathäusern vertieft, dabei hatten sie sich jeweils in ihren Heimatgemeinden umgesehen und umgehört und konnten so sehr interessante und z.T. auch sehr unterschiedliche Ergebnisse präsentieren.

Die Abwanderung der Bewohner in die großen Städte und die Verödung der Ortskerne sind bekanntlich zentrale Probleme der Kommunal-, aber auch der Landespolitik, hier zeigten die Recherchen, welche Ursachen diese Entwicklung hat, aber auch mit welchen Methoden man gegenzusteuern versucht – mit mehr oder weniger Erfolg.
Kann eine Gemeinde Arbeitsplätze anbieten, dazu günstiges Bauland und familienfreundliche Infrastruktur wie Kinderbetreuung und Schulen, verliert sie weniger Einwohner, gewinnt sogar noch neue hinzu. Einen anderen Weg gehen Gemeinden, die den Trend zur „Generation Plus“ nützen und erfolgreich in eine Vielzahl attraktiver Senioreneinrichtungen investieren. Die Sanierung eines Ortskerns allein reicht als Maßnahme zur Belebung nicht aus, sie schafft nur dann ein neues Miteinander, wenn auch die Einkaufsmöglichkeiten attraktiver sind als in der Stadt oder auf der grünen Wiese - diese Erkenntnis gewannen alle Jugendlichen, ob für die Umlandgemeinden oder für die Stadt Weiden.
Auf besonderes Interesse stießen die Informationen über Geschäfte bzw. Märkte mit Lebensmitteln, die „Helal“ sind, also muslimischen Vorschriften entsprechen.

Von entscheidender Bedeutung für die Belebung einer Ortschaft ist das Gemeinschaftsleben, gerade auch angesichts des „Wirtshaussterbens“. Allerdings ist nicht die hohe Zahl an eingetragenen Vereinen, sondern das persönliche Engagement für die Jugendarbeit oder die Feuerwehr am Ort, das Mitwirken an der Kirwa als einer vom ganzen Dorf getragenen Tradition oder die Karriere im eigenen Sportverein ausschlaggebend für die Identifikation der Jugendlichen mit ihrem Wohnort.

In sehr anschaulicher Weise – auf Plakaten oder mit Power-Point – präsentierten und diskutierten die einzelnen Gruppen ihre Ergebnisse vor und mit ihren Klassenkameraden als äußerst interessiertem Publikum. Selbst gemachte Spezialitäten türkischer und bayerischer Herkunft sorgten für genussreiche Stärkung und eine entspannte Atmosphäre. Dies klingt auch in den Urteilen dreier Beteiligter an, die hier stellvertretend genannt sein sollen:
„ Ich fand die Projekttage sehr interessant und informativ, habe viel über andere und über meine eigene Gemeinde gelernt, alle haben sich viel Mühe gegeben, ein gutes Ergebnis abzuliefern und haben dies auch geschafft.“
„ Durch das Projekt hat man gelernt, Informationen nicht nur aus dem Internet zu beziehen, sondern sich für Gespräche zu engagieren.“
„ Ich fand das Projekt anfangs eher weniger interessant, aber nach einer Weile ist es richtig toll geworden. Der Projekttag hat mir auch sehr viel Spaß bereitet, auch wenn es ein bisschen stressig wegen dem ganzen Organisatorischen war. Aber es war sehr interessant und die Präsentation war auch sehr gut, nicht nur unsere, sondern auch die von den anderen waren super…“

…das findet die Lehrerin übrigens auch!

E.M.Walter

Zeitzeugen hautnah erleben - Jack Terry spricht vor Q11 Geschichtskurs des Kepler-Gymnasiums

Jüngster überlebender Häftling des Konzentrationslagers Flossenbürg, Jack Terry, bot am Montag, den 23. Juli 2012, einigen Schülern der Q11 im Rahmen des Geschichtsunterrichts Einblick in seine Lebensgeschichte und ganz persönlichen Erfahrungen mit dem Holocaust.

Am 10. März 1930 wurde Jack Terry unter dem Namen Jakub Szabmacher als Sohn einer jüdischen Kaufmannsfamilie in Ostpolen geboren. Unter der Besetzung Polens durch die Nationalsozialisten ereilten die 6 Mitglieder seiner Familie verschiedene tragische Schicksale. Seines führte ihn 1944 in das KZ Flossenbürg, das er 1945 als jüngster Häftling und einziges den Holocaust überlebendes Mitglied seiner Familie verlassen sollte.
In nahezu privater Atmosphäre beantwortete der inzwischen 82-jährige Zeitzeuge Fragen der Schüler und Schülerinnen, die seinen Bericht über die tragischen Geschehnisse während des Holocaust zu einem ganz persönlichen Erlebnis für alle Beteiligten machten. Jack Terry betonte in diesem Zusammenhang besonders, er wolle keinen langweiligen Monolog abhalten, sondern einen Dialog mit seinen Zuhörern führen.
Zu Beginn des besonderen Vortrags tat der Ex-KZ-Häftling seine starke Abneigung gegenüber dem Begriff des „Holocaust“ kund und erklärte, dass seine Existenz zu NS-Zeiten einem Leben in einem anderen Universum gleichkam. Begriffe wie Hunger, Kälte und Angst hatten dort eine vollkommen andere Bedeutung als in unserer heutigen Zeit. Doch war es Terry auch wichtig, zu betonen, dass er kein gebrochener Mann sei, den die schrecklichen Erlebnisse seiner Jugend zerstört hätten, sondern ein wahrlich glücklicher Mensch, der gelernt habe, mit den Geschehnissen umzugehen. Hierauf gab der inzwischen in New York Wohnhafte einen Einblick in den „normalen“ Tagesablauf eines Häftlings in einem Konzentrationslager. Terrys emotionale Schilderung der täglichen Abläufe wie 12-stündiges Arbeiten im Steinbruch und Aufstellen auf dem Appellplatz verdeutlichte hier besonders die Grausamkeit und menschenunwürdigen Verhältnisse, unter welchen die KZ-Insassen ausharren mussten. Auf die Frage nach Gefühlen der Trauer oder Verzweiflung während seines KZ-Aufenthaltes entgegnete der Zeitzeuge mit einer erstaunlichen Antwort. Für ihn war der Tag seiner Befreiung, der 23. April 1945, an dem die US Army das Lager einnahm, der traurigste Tag seines Lebens. Die Tatsache, dass der Psyche eines 14-jährigen Jungen die schrecklichen Erlebnisse der damaligen Zeit nicht in dem Maße zusetzten wie einem Erwachsenen, half Terry seiner Meinung nach. Erst am Tage seiner Befreiung realisierte dieser, dass er keine Familie, keine Bleibe, kein Geld, nichts hatte und schlichtweg allein war. Mit dem eindrucksvollen Zitat „I left Flossenbürg but Flossenbürg never left me“ unterstrich Terry wie schmerzvoll jedes Zurückkehren in das ehemalige Vernichtungslager sei.
Hierauf gab der Zeitzeuge Einblick in seine Lebenszeit nach der Befreiung aus dem KZ Flossenbürg durch die amerikanischen Truppen. Ein US-Offizier nahm sich seiner an, wohl auch, weil er das einzige noch verbliebene Kind im KZ war und verhalf ihm zu einem neuen Leben, das er nach dem Aufenthalt in der amerikanischen Armee in den USA begann. Sichtlich bewegt von der Liebe, die Terry damals durch seine neue Familie in den Vereinigten Staaten fand, schilderte er, dass dieses Gefühl der Geborgenheit und der Glückseligkeit das wohl wertvollste für ihn war und stets ist. Nach einer eindrucksvollen Erscheinung im Schlaf im Jahre 1958 kündigte Terry seinen damaligen Job und entschied sich im Bereich der Psychologie und Psychoanalyse tätig zu werden. Im Zuge dieser Entscheidung behandelte Terry als Therapeut zahlreiche Patienten, unter welchen auch Überlebende des Holocaust waren. Die Gespräche, das Gefühl anderen Holocaust-Opfern helfen zu können und die neuen Erfahrungen mit Emotionen, die es während des gesamten KZ-Aufenthaltes zu unterdrücken galt, halfen Terry, mit den schrecklichen Erlebnissen der NS-Zeit zum Teil abzuschließen. Für ihn sei es auch wichtig, über das Geschehene zu sprechen und anderen seine Geschichte mitzuteilen, um die Wiederholung eines solchen Völkermordes zu verhindern. Auf die Frage einer Schülerin, ob es für ihn noch einen Gott bzw. eine Religion gebe, welcher er angehöre, gab Terry die eindeutige Antwort, dass er den Glauben an Gott im KZ verloren habe. Denn „the experience is there“ und es sei unmöglich die tragischen Erlebnisse vollkommen zu vergessen bzw. zu verdrängen. Gerade deshalb begab sich Terry auch selbst in professionelle psychologische Behandlung, die ihm, über 4 Jahre hinweg, ein Leben mit dem Erlebten sehr erleichterte. Auch fügte der Zeitzeuge an, dass er niemals wütend auf einzelne Personen war oder Hass empfand. Durch die Menschlichkeit, die ihm selbst im KZ in Form von einzelnen Wärtern oder Aufsehern entgegengebracht wurde, verlor Terry nie den Glauben an das Gute im Menschen. Doch gab es eine Person im Leben des Ex-KZ-Häftlings, gegenüber welcher er mehr als nur Wut empfand. Hierbei handelte es sich um Unterscharführer Reinhold Feix, der Terrys Mutter und Schwester vor dessen Augen erschoss und nach dem der gebürtige Pole auch lange Zeit suchte. In jedem Fall gibt es immer noch Nachwirkungen des KZ-Aufenthalts, die Terry beispielsweise vor Tod und Beerdigungen zurückschrecken lassen, ihn aber auch immer wieder an die Wichtigkeit und den Stellenwert von Frieden und Freiheit erinnern.
Insgesamt war der in englischer Sprache gehaltene Vortrag Jack Terrys für jeden der Zuhörer eine besondere Bereicherung. Er stellte auf unerwartete Art und Weise nicht nur die äußerst schrecklichen und tragischen Erlebnisse des KZ-Häftlings mit den Nationalsozialisten, die es in jedem Fall zu thematisieren gilt, dar, sondern transportierte auch Emotionen und ganz persönliche Eindrücke. Die Art, wie der Zeitzeuge Terry die damaligen Geschehnisse mit heutigen Dingen in Verbindung zu setzen verstand und wie er in seinem Vortrag zahlreiche Werte vermittelte, hinterließ bei allen Beteiligten einen bleibenden Eindruck. Die wohl wichtigste Botschaft, die Terry im Besonderen an die Schüler richtete, verpackte dieser in den Worten:
„Live and enjoy, enjoy the freedom; it´s the most precious thing in the world; so preserve it!“

Lena Schregelmann

Bilinguale Geschichtsspiele

Die Gruppe der hochbegabten Schüler, die die Klasse 7f besuchen, hat dieses Schuljahr im Rahmen des zusätzlichen Förderangebots die Möglichkeit, bilingualen Geschichtsunterricht auf Englisch zu belegen. Da dieser Unterricht zusätzlich zum gewöhnlichen Geschichtsunterricht besucht wird, bleibt in den zwei Wochenstunden natürlich auch Zeit, kleinere Projekte durchzuführen. In den Herbstwochen wurden beispielsweise Geschichtsbrettspiele zum Thema Mittelalter in der englischen Zielsprache entworfen und gebastelt. Sie Schüler erstellten in Gruppen- oder Partnerarbeit Spielbretter, Spielfiguren, Spielregeln und Ereigniskarten. Manche Schüler lehnten sich dabei an eine bereits existierende Spielidee (z.B. Monopoly) an und passten dieses Spiel dann dem geschichtlichen Kontext an, andere Schüler entwickelten völlig eigenständige Spielideen und versuchten diese umzusetzen.

Geigenberger, Judith, StRin

Einige Eindrücke der Spiele:

Sally Perel ("Hitlerjunge Salomon") spricht vor Q11 Geschichtskursen

Am Dienstag, den 15. Mai 2012, war es einigen Kursen der Q11 des Kepler-Gymnasiums möglich, dem Bericht des jüdischen Zeitzeugen Salomon Perel zuzuhören.

Den 1925 in Peine, bei Braunschweig, geborenen Perel führte sein Weg 1938 von Deutschland nach Lodz, Polen, wo er zunächst noch mit seiner Familie lebte. Während Perels Kindheit geriet die jüdische Bevölkerung immer stärker unter Druck, was ihn selbst vor allem mit dem Erlass der Nürnberger Gesetze 1935 betraf, da dies der Anlass für seinen Schulverweis war. 1939 floh er, gemeinsam mit seinem Bruder, nach Ostpolen, musste jedoch seine Eltern samt Schwester in Lodz zurücklassen.
Während des deutsch-sowjetischen Krieges wurde Perel schließlich von der Wehrmacht gefangen genommen, konnte sich allerdings als Volksdeutscher mit dem Namen Jupp Perjell ausgeben. So gelang es ihm, in die Hitlerjugend aufgenommen zu werden, was ihm zunächst das Überleben sicherte. Hier erfuhr er als vermeintlich Deutscher Akzeptanz und fühlte sich bald als Teil der Gemeinschaft. Jenes Gefühl der Zugehörigkeit entstand nicht zuletzt wegen eines Kameraden, der zwar herausfand, dass Perel eigentlich Jude war, ihn aber nicht verriet. Dieser Akt der Nächstenliebe zeigte Perel nicht nur, dass es auch noch ein anderes Deutschland gab. Vor allem entstand so eine Freundschaft zwischen dem Kameraden und ihm, welche bis zum Tod seines Freundes an der Front anhalten sollte.
Den Schülerinnen und Schülern berichtete Salomon Perel auch von der ambivalenten Situation, in der er sich damals befand: Zum einen der Persönlichkeitsverlust, mit dem er sich konfrontiert sah, der jedoch von der allgegenwärtigen Gefahr, für seine wahre Identität getötet zu werden, überschattet wurde. Andererseits die Worte seiner Mutter zum Abschied, die ihm befahlen zu leben. Der Drang zum Leben, der in jedem Menschen verwurzelt ist, so Perel, sowie vor allem der Gedanke an seine Mutter waren es, die ihn letztendlich gerettet haben.
Nach dem Vortrag bestand die Möglichkeit für alle Anwesenden Fragen, die sie beschäftigten, an den Referenten zu stellen. Auch konnte man seine Autobiografie, verfilmt unter dem Titel "Hitlerjunge Salomon", erwerben. Diese wurde von Perel im Anschluss an die Veranstaltung signiert und es blieb Zeit für persönliche Gespräche.

Insgesamt war es für alle Beteiligten ein äußerst emotionaler Vormittag, der durch die vorgetragenen Inhalte oft schockierte und doch die Intention von Salomon Perel exakt reflektierte: Mit seinen Besuchen an Schulen möchte er erreichen, dass die so wichtige Wahrheit über einen Zeitraum voller Terror in Deutschland bis in die letzte Generation weitergegeben wird und schließlich zur Verständigung und Versöhnung führt, selbst dann, wenn Zeitzeugen wie Salomon Perel schon längst nicht mehr sind, um persönlich von ihrenErfahrungen zu berichten.

Christina Gartner (Q11)

Einige Eindrücke vom Vortrag:

Zu guter letzt noch die Einladung zur Veranstaltung hier zum Ansehen.

Internationale Sicherheitspolitik - ein Vortrag für die Oberstufe

Am 28. März besuchte Hauptmann Steffen Gärtner von der Bundeswehr, der auch Vorträge über internationale Sicherheitspolitik an Schulen hält, die Q12 des Kepler Gymnasiums. Er ist seit 2000 bei der Bundeswehr tätig und war 2009 an einem Afghanistaneinsatz beteiligt.
Um internationale Sicherheitspolitik besser verstehen zu können, machte er uns zunächst mit deren Hauptakteuren bekannt. Zu ihnen zählt vorrangig die UNO, die für Entwicklungshilfen, internationale Sicherheit und Frieden zuständig ist. Ihr wichtigstes Organ ist der UN-Sicherheitsrat mit seinen fünf ständigen Mitgliedern, Russland, China, USA, Großbritannien und Frankreich. Steffen Gärtner sprach hier die Problematik der Vetomächte anhand des Nahostkonflikts an, die es fast unmöglich mache, Resolutionen zu erheben. So stünde noch vor dem Hintergrund des Kalten Krieges Russland auf Seiten der arabischen Nationen und die USA auf Seiten Israels, was Friedensresolutionen für den Nahen Osten schwierig gestaltet. Er machte die Notwendigkeit von Reformbestrebungen deutlich. Außerdem wird von flächengroßen Ländern wie Indien immer wieder die Klage der Ungleichgewichtung der Mächte im Sicherheitsrat laut. Indien stellt einen großen Teil der Weltbevölkerung, hat aber keinen Vertreter im UN-Sicherheitsrat.
Ein weiteres wichtiges Organ der Sicherheitspolitik ist die NATO. Sie ist ein Militärbündnis, auch genannt „Weltpolizei“, die im Gegensatz zur UNO bewaffnete Truppen stellen kann und in Krisenregionen wie Afghanistan gebraucht wird. Als neueste und aktuellste Herausforderung der NATO gilt der Cyber War.
Auch die EU stellt ein unverzichtbares Organ in der Erhaltung des internationalen Friedens dar. Die Bewältigung der Eurokrise steht bei ihr derzeit an erster Stelle.
Zu den Hauptakteuren in der Sicherheitspolitik gehören auch Politiker aus Deutschland: Frau Angela Merkel hat als Bundeskanzlerin sowohl in Deutschland als auch in der EU Weisungskompetenz, für auswärtige Angelegenheiten ist Guido Westerwelle, für innere Dr. Hans-Peter Friedrich und für Entwicklungshilfe und wirtschaftliche Zusammenarbeit Dirk Niebel zuständig.
Dann leitete Steffen Gärtner zu den aktuellen Sicherheitsrisiken über: Armut, internationaler Terrorismus, der bekämpft werden muss, Umweltkatastrophen, Kampf um Rohstoffe, Gebietsstreitigkeiten, Piraterie und vor allem Atomwaffen in Händen unsicherer Länder wie dem Iran. Diese Waffen würden sich immer mehr ausbreiten und wären immer schwerer zu kontrollieren. Auf seine Frage, wie viele Atomtests unserer Meinung nach bislang (seit 1945) stattgefunden haben, zeigte uns der Jugendoffizier mithilfe einer Computergrafik die erschreckende Wahrheit, die unsere Vermutungen weit übertraf: Über 2000 nukleare Explosionen gab es schon auf der Erde.
Als nächster Punkt wurde die Piraterie in Somalia angesprochen, ein „failed state“, der sozusagen gescheitert ist. In Somalia gibt es weder eine anerkannte Regierung, Rechtsstaatlichkeit, Sicherheit noch eine gesicherte Versorgung der Einwohner. Die in ärmlichsten Verhältnissen lebende Bevölkerung ist deswegen auf Selbstversorgung angewiesen. Da Somalia direkt an der östlichen Afrikaküste liegt, die zugleich eine stark befahrene Route von Handelsschiffen ist, werden nahezu wöchentlich große Transportschiffe von somalischen Piraten überfallen und die Besatzung solange gefangen gehalten, bis die Piraten Lösegeld erhalten. Dieses „Geschäft“ wird immer mehr zur organisierten Kriminalität, was die Rate der Schiffsüberfälle jährlich ansteigen und die Ausrüstung der Piraten immer besser werden lässt. Manche Somalier wollen damit natürlich auf ihre verzweifelte wirtschaftliche Lage aufmerksam machen, doch wer soll in Somalia eingreifen und dort gegen die hohe Kriminalität vorgehen?
Abschließend fassten wir die grundlegenden Ziele der Sicherheitspolitik Deutschlands zusammen: Schutz vor globalem Terrorismus, Landesverteidigung, Förderung des freien Welthandels und des Projekts ATLANTA gegen die Piraterie.

Vortrag

Foto: Hauptmann Gärtner erklärt die aktuelle Sicherheitspolitik vor einer interaktiven Weltkarte

verfasst von Lavinia Haas, Q 12

Jugendempfang in Naila

Am 14.10.2011 fand in Naila der Jugendempfang von Ministerpräsident Horst Seehofer statt. Anwesend waren etwa 400 Jugendliche von 14 bis 18 Jahren aus Bayern und Thüringen, der Thüringer Innenminister Jörg Geibert und der bayrische Kultusminister Ludwig Spaenle, alle geladen vom Herrn Ministerpräsidenten.
Nach dem schnellen Einlass wurden wir (acht ausgewählte Schüler(innen) aus der 9B sowie der Q 11) nach dem Zufallsprinzip an unterschiedliche Tische gelotst, sodass an jedem Tisch Schüler von verschiedenen Schulen saßen, aber von jeder Schule immer nur einer! Nachdem wir uns gegenseitig von unseren Schulen erzählt hatten, begann die Veranstaltung mit einem Poetry-Slam zum Thema Freiheit, unangefochten das Highlight des Abends, das von der Menge gut aufgenommen und mit Leidenschaft vorgetragen wurde, was von der etwas schwachen Begrüßungsrede des Ministerpräsidenten abgelöst wurde.
Daraufhin folgte ein Wettbewerb um das beste Video zum Thema Mauerfall, bei dem eine fast schon professionell gemachte actiongeladene Verfolgungsjagd die Konkurrenz abhängte.
Als nächstes erzählte eine Familie ihre kreativen und außergewöhnlichen Fluchtversuche aus der DDR, die auch ein selbst erdachtes und konstruiertes Flugzeug beinhalteten. Letztendlich floh sie zusammen mit einer befreundeten Familie mit einem Heißluftballon und schaffte es in die Freiheit. Sie landeten nach einem abenteuerlichen Flug im zweiten Versuch im oberfränkischen Naila, das deshalb vom Ministerpräsidenten als Veranstaltungsort ausgewählt worden war.
Einen anderen Blick brachten zwei Schüler mit Migrationshintergrund, die ebenfalls aus ihren Heimatländern geflohen waren, allerdings erst vor kurzer Zeit.
Darauf folgte ein weiterer phänomenaler Poetry-Slam, der uns alle auf die anstehende Aufgabe vorbereitete: Am Tisch sollten wir uns über Veränderungen an den Schulen Gedanken machen und die mit den meisten Stimmen an den Herrn Ministerpräsidenten übergeben, was auch geschah, jedoch bis heute keinerlei Konsequenzen mit sich brachte.
Das Schlusswort durch Horst Seehofer blieb zur allgemeinen Verwunderung aus und es ging gleich zum aufwändigen und superben Abendessen über, was im Hintergrund mit Musik einer Liveband unterlegt wurde.
Obwohl der Ministerpräsident wenig über seinen eigenen Empfang informiert war und Schüler aus Sachsen grüßte, die gar nicht anwesend waren und abgesehen von seinem und Herrn Spaenles schlechter Laune und Desinteresse war es alles in allem eine sehr gelungene Veranstaltung, die absolut weiterzuempfehlen ist und hoffentlich vielen Schülern weiterhin ermöglicht wird.

verfasst von Anna Heinrich und Careen Neubauer, Q11

Hier noch einige Bildimpressionen:

Empfang

Ministerpräsident Seehofer, Kultusminister Spaenle und die Freiheitsbotschafter.

Interview

Der Ministerpräsident wird für einen Jugendradiosender interviewt.

Diskussion

Der Kultusminister diskutiert mit Schüler(inne)n.

Selbstschussanlage

Selbstschussapparat, wie an der DDR-Grenze zur BRD in den 70er Jahren installiert war, um Menschen an der Flucht über die Mauer zu hindern. Nach Berühren eines Signaldrahts explodierte der Apparat und verletzte mit hunderten von scharfkantigen Splittern sein Opfer schwer bzw. tötete es!

Ausarbeitung

Ein Schüler des Kepler-Gymnasiums bei der Ausarbeitung von Verbesserungen zur Schul- und Bildungspolitik, zusammen mit Schüler(inne)n aus Thüringen und Nordbayern.

Verpflegung

Verpflegung

Oberpfalz

Die Preisträgerinnen aus der Oberpfalz waren alle im Dirndl angereist.

Interview2

Jugendliche vom Jugendportal JUPO bereiten ein Rundfunkinterview mit Horst Seehofer vor.

Ende

Ende der Veranstaltung, Blick von oben