MINT-Konzept des Kepler-Gymnasiums

1. Ebene: Unser Bildungsauftrag als MINT-Schule

Das Kepler-Gymnasium ist eines der größten Gymnasien in der nördlichen Oberpfalz und gilt mit seiner naturwissenschaftlichen Ausrichtung in Weiden bei der Bevölkerung als DAS naturwissenschaftliche Gymnasium der Region. Um der Rolle der ehemaligen Oberrealschule mit naturwissenschaftlich-technologischer Ausrichtung auch heute in der modernen Gesellschaft gerecht werden zu können, hat die Schule ein MINT-Konzept entwickelt, gemäß welchem Schülerinnen und Schüler in und über den Unterricht hinaus in den Bereichen Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik besonders gefördert werden können.
Darüber hinaus ist es für uns selbstverständlich, dass es auch außerhalb des Naturwissenschaftlich-Technologischen Zweiges zahlreiche Angebote gibt, die den Schülern Denk- und Arbeitsweisen vermitteln, die sie als Einzelnen und im Team zu kritisch beurteilendem Handeln und Denken befähigen.
Im Zentrum der schulischen Bemühungen steht dabei der Wunsch, die individuellen Begabungen der jungen Menschen zu erkennen und passgenau zu fördern. Gemäß dem Profil der Schule liegt hierbei ein besonderer Schwerpunkt im Ausschöpfen der vorhandenen Potentiale auf naturwissenschaftlichen Gebieten. Großes Augenmerk gilt dabei nicht zuletzt den Mädchen ebenso wie den Schülern mit Hochbegabung und Kindern mit Potential, das bislang nicht ausreichend gefördert wurde.
Dieses Ziel soll erreicht werden, indem im Pflichtunterricht wie auch in Wahlkursen theoretisches Wissen vermittelt wird, das sowohl dazu einlädt, in Übungen praktische Anwendung zu finden wie auch darüber hinaus zu forschendem Handeln anregt.
Einer Aneignung von Grundfertigkeiten im naturwissenschaftlichen Arbeiten soll dabei eine explorative Phase des geleiteten Entdeckens folgen, die in ein völlig freies und selbständiges Forschen mündet. Die Teilnahme bei entsprechenden Wettbewerben soll es ermöglichen, Selbstwert und Identität zu entwickeln.
Durch die Angebote der Schülerforschungswerkstatt erhalten die jungen Menschen Gelegenheit, ihr naturwissenschaftliches Interesse auch in der Freizeit in ganzheitlicher Weise als Teil einer Gemeinschaft auszuleben. Zahlreiche Kooperationen sorgen dafür, dass Netzwerke entstehen, die die Schülerinnen und Schüler in ihrer Weltoffenheit unterstützen. In Zusammenarbeit mit anderen Bildungsträgern und Partnern aus der Wirtschaft soll den Gymnasiasten der Spagat zwischen Bildung und Ausbildung gelingen, der im Zuge der Digitalisierung dringend geboten scheint.

2. Ebene: Umsetzung und Verfolgung unserer Ziele im Einzelnen

Die Förderung interessierter bzw. besonders begabter Schülerinnen und Schüler am Kepler-Gymnasium im MINT-Bereich orientiert sich sowohl an den Interessen und Neigungen der Schülerinnen und Schüler wie auch an zentralen Kompetenzen, die für eine spätere berufliche Tätigkeit in diesem Bereich wichtig sind. Dieses Fernziel stets im Auge, verfolgen wir es stets in altersstufengerechter Selbstständigkeit und -tätigkeit sowie mit fortschreitender Herausforderung.
Unsere Hauptziele sind dabei im Einzelnen:

  • Besonders interessierte oder auch besonders begabte Schülerinnen und Schüler sollen auch besonders gefördert werden.
  • Schülerinnen und Schüler sollen die Begeisterung und Faszination spüren dürfen, die von Naturwissenschaften ausgehen kann.
  • Zeitgemäßer Unterricht, der auch Computer und andere digitale Medien vielfältig einsetzt, soll am Kepler-Gymnasium nicht die Ausnahme sein.
  • Die Schülerinnen und Schüler sollen möglichst früh im Bereich der MINT-Fächer Möglichkeiten zum Ausleben ihrer individuellen Neugierde erhalten. Sie sollen im Laufe ihrer Schulzeit einerseits immer wieder erfahren können, welche Möglichkeiten sich bei der Beschäftigung mit MINT entfalten und die Freude kennenlernen, die sich nach dem Lösen eines für sie schwierigen Problems einstellen kann. Andererseits sollen sie auch erleben, welche Befriedigung sich aus einer überwundenen Frustrationsphase des zeitweiligen Misserfolgs ergeben kann.

Ein weiteres Ziel speziell für Schülerinnen und Schüler mit Migrationshintergrund ist:

  • Förderung durch eine entsprechende Sprachbegleitung insbesondere in den Naturwissenschaften. Dazu wurden zwei Kurs eingerichtet (NuT/Geo bzw. Ch).

Außerschulische Lernorte

Fahrten zu außerschulischen Lernorten sollen in ausreichendem Maße durchgeführt werden. Die direkte Auseinandersetzung mit der Materie vor Ort und die emotionale Anregung durch die Faszination außerschulischer Lernorte soll als Trigger und Verstärker von Anfangsinteresse der Schülerinnen und Schüler genutzt werden. Jedoch versteht es sich von selbst, dass unsere Aktivitäten sich so gestalten, dass Schule und der „normale“ Unterricht dadurch nicht wesentlich gestört werden.
Begeisterung für die Naturwissenschaften kann man zudem auch durch den Besuch geeigneter Museen stärken. Hier eignen sich unter anderem auch Wandertage für den Besuch MINT-trächtiger Lernorte. In besonderem Maße genutzt werden so z.B. das Vulkanmuseum Parkstein, das Erfahrungsfeld zur Entfaltung der Sinne (Wöhrder Wiese, Nürnberg), das Bionicum im Tiergarten Nürnberg, der Teichwirtschaftliche Beispielsbetrieb Wöllershof, …, um nur einige zu nennen.

Kooperationen mit Unternehmen und der OTH Amberg-Weiden

Zur Berufsorientierung sollen die Schülerinnen und Schüler soweit wie möglich Einblicke in Unternehmen aus dem MINT-Bereich erhalten. Dazu nutzt das Kepler-Gymnasium bereits bestehende Kontakte zu Unternehmen der Region und ist stets interessiert, diese Kontakte weiter zu intensivieren. Auch sind wir bereits seit Sommer 2016 Partnerschule der Oberpfälzer Technischen Hochschule (OTH) Weiden-Amberg. Diese Kooperation kommt in erster Linie in der Oberstufe zum Tragen. Der regelmäßige Besuch einer Vorlesung mit anschließender Übung (4SWS) incl. der Möglichkeit zum Scheinerwerb oder die Nutzung von Versuchsanlagen und Blockseminaren an der OTH sind hier Beispiele.

Schülerforschungswerkstatt

Um auch direkt an unserer Schule einen Forschergeist zu fördern, haben sich die Fachschaften Mathematik, Physik, Informatik, Biologie und Chemie zusammengetan und eine Schülerforschungswerkstatt eingerichtet, die allen Schülern offen steht. In einer außerschulischen Atmosphäre können interessierte Schülerinnen und Schüler ihren Drang zum Entdecken und Selbermachen ausleben und finden dabei kompetente Anleitung und Unterstützung von Seiten der Lehrer und externer Spezialisten.

Aktive und erfolgreiche Teilnahme an Wettbewerben

Die regelmäßige Teilnahme an Wettbewerben spielt am Kepler-Gymnasium in allen MINT-Fächern bereits seit vielen Jahren eine zentrale Rolle, wobei wir bei unseren bisherigen Teilnahmen auf zahl-reiche Erfolge zurück blicken können.
Dabei legen wir Wert darauf, möglichst alle Altersgruppen anzusprechen. Um Schülerinnen und Schüler frühzeitig und nachhaltig für den MINT-Bereich zu begeistern und für diese Wettbewerbe zu gewinnen, bieten wir in vielen Jahrgangsstufen Wahlunterrichte, Pluskurse und AG's an, in denen wir unseren Schülerinnen und Schülern zeigen, dass oft auch auf den ersten Blick unlösbare Probleme doch eine Lösung offenbaren können, wenn man sich nur intensiv genug mit ihnen auseinandersetzt.
Aus diesem Grund versuchen die MINT–Lehrer, interessierte Schülerinnen und Schüler immer wieder zu hohen Leistungen in Wettbewerben in der Mathematik und den Naturwissenschaften zu motivieren. Um dabei aber auch niemanden zu überfordern, haben wir uns nachfolgende progressive Wettbewerbsstruktur ausgedacht:

für alle Jahrgangsstufen geeignet: Känguruwettbewerb (Mathematik)
Biber-Wettbewerb (Informatik)
Jugendwettbewerb Informatik
Jugend präsentiert (alle MINT-Fächer)
Jugend forscht

Darüber hinaus motivieren wir geeignete Schülerinnen und Schüler gezielt für folgende Wettbewerbe:

Unterstufe: Experimente antworten (Bio, Chemie, Physik)
Mathe-Olympiade
Mittelstufe: VDI Schülerforum an der OTH Amberg (Technik)
Mathe-Olympiade
DECHEMAX (Chemie)
Oberstufe: IChO (Internationale Chemie-Olympiade)
IJSO (Internationale Junior Science Olympiade)
Bundeswettbewerb Informatik

Wahlunterrichte speziell für naturwissenschaftlich interessierte Schüler

Um interessierte Schülerinnen und Schüler für Naturwissenschaften zu gewinnen und sie nicht nur zu fordern sondern auch zu fördern, wurden MINT-Wahlkurse eingerichtet, von denen sich einige die Teilnahme bei Wettbewerben zum Ziel gesetzt haben. Bereits beginnend in der 5. und 6. Klasse, noch bevor der Unterricht in Informatik, Physik oder Chemie beginnt, werden die Schülerinnen und Schüler entsprechend der Jahrgangsstufe an die Thematik herangeführt. Die Eigenverantwortung im forschenden Handeln wird dabei nach und nach gesteigert und der Tatendrang und das Interesse der Schülerinnen und Schüler altersgerecht gefördert.
Im Rahmen des für Wahlunterricht zur Verfügung stehenden Stundenbudgets und in Kooperation mit der gfi werden von Seiten unseres Kollegiums und externer Spezialisten am Kepler-Gymnasium folgende Wahlunterrichte angeboten:

  • Wahlkurs "Experimente antworten" (Bio/Ch)
  • Wahlkurs „Jugend forscht“
  • Wahlkurs „Schach“
  • Wahlkurs „Robotik“
  • Wahlkurs „Automation“
  • Wahlkurs „Hardware / Softwarewerkstatt“
  • Wahlkurs „Pluskurs Mathematik“
  • Wahlkurs „Mathewerkstatt“
  • Wahlkurs “Physikwerkstatt“

Um allen Interessen der Schüler zu begegnen, sind wir stets bestrebt, dieses Angebot anzupassen und auszubauen.

Besondere Angebote in der Oberstufe

In der Oberstufe haben die Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit, im Rahmen von Physik auch die Lehrplanalternativen Biophysik (Q11) und Astrophysik (Q12) sowie im Rahmen von Biologie/ Chemie das Biologisch-Chemische Praktikum zu belegen.

Breites Angebot an P- und W-Seminaren im naturwissenschaftlichen Bereich

In der Qualifikationsphase bietet das Kepler-Gymnasium jedes Jahr ein breites Spektrum an P- und W-Seminaren in den MINT-Fächern an. Seit Jahren sind die MINT-Fächer Mathematik, Physik, Biologie und Chemie vertreten, seit 2016 auch das Fach Informatik. Mehrfach konnte mit einzelnen Arbeiten einer der begehrten Dr. Hans Riegel Fachpreise oder z.B. in 2018 den 1. Platz beim Abiturpreis Informatik der GI gewonnen werden. Unser Ziel ist es, durch Einreichung möglichst vieler Arbeiten bei verschiedenen Wettbewerben und Stiftungen oder Gesellschaften, die Preise ausloben, unsere Oberstufenschüler zu motivieren.