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Um einmal einen anderen Zugang zur lateinischen Literatur zu bieten, gastierte der Geschichtenerzähler Martin Ellrodt erneut am Kepler-Gymnasium.

Wortgewaltig und mit viel Gespür für sprachliche Klangfarben zeigte er den LateinschülerInnen der 8., 9., 10. und 11. Jahrgangsstufe eindrücklich, was ein Geschichtenerzähler eigentlich so macht – eine Frage, die im Vorfeld öfter von Schülerseite zu hören war. Er möchte bei seinen Zuhörern ein „Kino im Kopf“ entstehen lassen: Ohne irgendwelche Requisiten, allein auf der Bühne und nur mit der Macht des Wortes schaffte es Martin Ellrodt sodann auch, sieben seiner eigenen Lieblingsgeschichten aus Ovids Metamorphosen zum Leben zu erwecken. So sah man die Pfeile, die auf Perseus Hochzeit flogen, bildlich vor Augen und hatte Orpheus traurigen Gesang, nachdem er seine geliebte Eurydike endgültig verloren hatte, direkt im Ohr. All diese Geschichten verwob Ellrodt ganz im Sinne der ovidschen Erzähltechnik des „carmen perpetuum“, sprich des ewigen, zusammenhängenden Gedichts, kunstvoll ineinander. Der Wechsel zwischen lauten, aktionsreichen Szenen und ruhigen, auch nachdenklichen Tönen spiegelte selbst in der knappen Auswahl treffend die Vielschichtigkeit dieses Werkes wider, so dass die SchülerInnen überrascht waren, wie spannend lateinische Literatur doch sein kann…
Carolin Vogl [Schuljahr 2018/19]












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