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Welche Rolle spielte Nürnberg? Exkursion in das Dokumentationszentrum Reichsparteitagsgelände
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Welche Rolle spielte Nürnberg? Exkursion in das Dokumentationszentrum Reichsparteitagsgelände

Am Montag, dem 2. Februar 2026, machte sich die Klasse 9c zusammen mit den Mitgliedern des P-Seminars Geschichte der 11. Jahrgangsstufe auf den Weg ins Dokumentationszentrum des Reichsparteitagsgeländes in Nürnberg. Die Stadt war in der Zeit des Nationalsozialismus ein wichtiger Stützpunkt für das Regime, insbesondere durch das jährliche Abhalten der Reichsparteitage von 1933 bis 1938. Diese waren im Gegensatz zu heutigen Parteitagen keine Gelegenheit für Austausch und Diskussion, sondern überdimensionierte und propagandistische Massenveranstaltungen, ganz im Sinne der nationalsozialistischen Ideologie.

Das riesig angelegte Reichsparteitagsgelände im Südosten Nürnbergs wurde nie fertiggestellt, das Areal blieb aber nach dem Krieg erhalten und beinhaltet seit 2001 das Dokumentationszentrum Reichsparteitagsgelände, welches architektonisch den originalen Bau der Kongresshalle wie ein Stachel diagonal durchbohrt – eine sinngemäße Durchdringung der Überbleibsel der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft, sowohl baulich als auch inhaltlich.

Die inhaltliche Auseinandersetzung mit dem Gebäude und seiner Geschichte fand in zwei Gruppen statt, die unter der Anleitung zweier Tourguides vom Verein „Geschichte Für Alle e.V.“ zunächst die Interimsausstellung „Nürnberg – Ort der Reichsparteitage: Inszenierung, Erlebnis und Gewalt“ des Dokuzentrums besuchten. Dabei wiederum hatten die Schülerinnen und Schüler die Aufgabe, in jeweils vier Kleingruppen die verschiedenen Stationen der Geschichte Nürnbergs und des Reichsparteitagsgeländes von der Weimarer Republik über die Zeit des sog. „Dritten Reiches“ und die Nachkriegszeit bis hin zur Gegenwart zusammenzufassen und ihren Mitschülerinnen und Mitschülern gegenseitig zu präsentieren.

Nach dieser ersten Phase in der Ausstellung, die sich vor allem mit der Stadt Nürnberg und dem Reichsparteitagsgelände an sich beschäftigte, konnten die Schülerinnen und Schüler in einer zweiten Gruppenarbeit herausarbeiten, auf welche Art und Weise Propagandaveranstaltungen wie die Reichsparteitage vor allem Kinder und Jugendliche in ihren Bann ziehen konnten. Gerade die NSDAP-Jugendorganisationen wie Hitlerjugend und Bund Deutscher Mädel waren ein fester Bestandteil bei Aufmärschen und Paraden der Reichsparteitage. Anhand eines Ausschnittes aus dem Propagandafilm „Triumph des Willens“ (Leni Riefenstahl, 1935) wurde diskutiert, wie die Reichsparteitage und die Kinder und Jugendlichen von HJ und BDM ganz im Sinne der Ideologie in Szene gesetzt wurden.

Nach dem bewegenden und lehrreichen Vormittag im Dokuzentrum des Reichsparteitagsgeländes hatten die Schülerinnen und Schüler noch die Gelegenheit, eigenständig die Altstadt Nürnbergs zu erkunden, bevor sich die Gruppe am Nachmittag wieder zurück auf den Weg nach Weiden machte.

Die Fahrt nach Nürnberg wurde organisiert und begleitet von Herrn Tobias Wagner und den Referendaren des Studienseminars Geschichte.

StRef Geiß

 

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