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Nicht nur für Naturwissenschaftler: Das Biologisch-chemische Praktikum

Im Angebot für die Qualifikationsstufe 11 stand auch dieses Jahr wieder das Biologisch-chemische Praktikum, das mit zwei Kursen stattfinden konnte.

Im Fokus stehen dabei immer, wie der Name schon sagt, Themenbereiche und Arbeitsmethoden aus der Biologie und Chemie durch praktische Arbeit, hauptsächlich durch Experimentieren, kennenzulernen bzw. zu vertiefen. Dazu muss man auch nicht unbedingt den naturwissenschaftlichen Zweig gewählt haben.

Der chemisch geprägte Teil des Praktikums stand ganz im Zeichen der chemischen Analyse. Mit Hilfe von Titrationstechniken wurde beispielsweise der Härtegrad unseres Leitungswassers überprüft oder der Säuregehalt von Haushaltsessig oder Weißwein bestimmt. Aber auch Nachweisreaktionen für bestimmte Ionen wurden angewendet, um z.B. Nitrit- oder Nitrat-Ionen nachweisen zu können. Aber auch moderne Analyseverfahren aus der Wissenschaft von der Elementaranalyse bis zur Kernspinresonanz-Spektroskopie zur Aufklärung der Molekülstruktur wurden angesprochen. Mikroskopisches Bild der ineinander verzahnten Zellen der BlattoberflÃche der ChristroseMikroskopisches Bild der ineinander verzahnten Zellen der Blattoberfläche der Christrose

Der nur auf Vorschlägen basierende Lehrplan macht es auch möglich, Themengebiete anzusprechen, die im Chemie-Lehrplan nicht mehr erwähnt werden, so beispielsweise die Komplexchemie. Ein in der Schule ziemlich vernachlässigtes Gebiet, treffen wir doch im täglichen Leben überall auf Komplexverbindungen: in der analytischen Chemie bei der oben bereits erwähnten Wasserhärtebestimmung, in der Medizin zur Therapie von Schwermetallvergiftungen oder in der Biologie in Form von wichtigen Verbindungen wie Chlorophyll oder Hämoglobin.

Im biologischen Teil war dann das Mikroskop ein häufiges Arbeitsmittel. Mit dessen Hilfe wurde der Körperbau kleiner Tiere wie des Bücherskorpions, der Zecke oder von kleinen Quallen erforscht. Ganz genau wurde der Aufbau der pflanzlichen Organe unter die mikroskopische Lupe genommen: Auf zellulärer Ebene versuchte man Fragen zu beantworten wie „wie kommt es zur Bildung von Jahresringen im Holz?“ oder „wieso halten die Zellen auf der Oberfläche von Blättern diese so stark zusammen?“.

Neben dem Wissen und der Erkenntnis aus all diesen wissenschaftlichen Fragen und Themen konnte man aber auch etwas Materielles mit nach Hause nehmen. So wurden z.B. T-Shirts und Socken waschecht in blau und rosa selbst gefärbt, oder zur Weihnachtszeit gebrannte Mandeln hergestellt und Christbaumkugeln versilbert.

Johannes Pausch und Frank Buhr